Berufsunfähigkeitsversicherung für Schweizer Grenzgänger

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Dir Deine Existenz und sorgt dafür, dass Du Dein gewohntes Leben weiterführen kannst. Es gibt viele Versicherungen neben einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die wichtig und bedeutsam sind. Doch an einer Berufsunfähigkeitsversicherung führt kein Weg vorbei und jeder sollte sich mit dem wichtigen Thema der Berufsunfähigkeit näher befassen. Der Grund dafür ist, dass die gesetzlichen Leistungen absolut ungenügend sind und einen gewohnten Lebensstandard nicht ausreichend unterstützen können. Erfahre mehr über den Zweck einer privaten BU-Absicherung und warum die gesetzliche Absicherung bei Erwerbsminderung ein Risiko darstellt.

Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar

Nach Angabe der deutschen Rentenversicherung ist jeder Vierte im Laufe eines Berufslebens von Berufsunfähigkeit betroffen. Daneben ist gerade für junge Personen die Wahrscheinlichkeit mit rund 40 % besonders hoch, vom BU-Risiko einmal betroffen zu sein. Die häufigste Ursache ist mit steigender Tendenz eine psychische Erkrankung wie Depression oder Burn-out. Wer im Fall einer Berufsunfähigkeit dabei auf genügend gesetzliche Unterstützung hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht sein, da er sich im Durchschnitt auf etwa 835 € im Monat an Unterstützung einstellen muss.

Darum leistet die gesetzliche Absicherung nicht bei Berufsunfähigkeit

Immer noch vertrauen zu viele auf die gesetzliche Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit, denn gerade einmal rund 20 % aller Deutschen ab 14 Jahren haben mit einer BU vorgesorgt. Wichtig ist, dass insbesondere jüngere Personen nicht mehr den Schutz seitens der gesetzlichen Versicherung zu erwarten haben.

Gesetzlicher Schutz nur noch eine Erwerbsminderungsrente

Alle Personen, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, erhalten keine gesetzliche Rente bei Berufsunfähigkeit, sondern nur noch bei Erwerbsminderung.
Die deutsche Rentenversicherung leistet bei gesundheitlichen Einschränkungen nur noch, wenn die folgenden Merkmale erfüllt sind:

  • Grundsätzlicher Anspruch:
    Du hast in den letzten 5 Jahren mindestens 36 Monate in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt.
  • Keine Erwerbsminderungsrente:
    Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf, jedoch in einer anderen Tätigkeit mehr als 6 Stunden arbeiten kann, erhält keine Rente bei Erwerbsunfähigkeit.
  • Rente bei teilweiser Erwerbsminderung:
    Personen, die zwischen 3, aber weniger als 6 Stunden am Tag in dem eigenen, aber auch anderen Berufen tätig sein können, erhalten die halbe gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Diese beträgt ca. 18 % des letzten Bruttoeinkommens.
  • Rente bei voller Erwerbsminderung:
    Personen, die weniger als 3 Stunden am Tag, egal in welchem Beruf, arbeiten können, erhalten die volle Rente. Diese beträgt ca. 36 % des letzten Bruttoeinkommens.

Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung

Die Leistungskriterien zwischen einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente und einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind erheblich.

  • Erwerbsminderung:
    Die gesetzliche Vorsorge versichert grundsätzlich nur noch eine Erwerbsunfähigkeit. Hierbei wird anders als bei Berufsunfähigkeit der gesamte Arbeitsmarkt betrachtet. Sollten Personen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf tätig sein können, müssen Eingliederungsmaßnahmen und Umschulungen in andere Berufszweige genutzt werden. Eine Integration in die Arbeitswelt, auch in fremde Berufe, die nicht gewünscht sind, müssen angenommen werden.
  • Berufsunfähigkeit:
    Die private Absicherung einer Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen sichert die derzeitige Tätigkeit ab. Eine gute BU-Absicherung verweist im Leistungsfall nicht auf fremde Berufe. Des Weiteren wird in der Regel schon ab einem Arbeitskraftverlust von 50 % die vereinbarte BU-Rente bezahlt.

Definition einer Berufsunfähigkeit

Das Versicherungsvertragsgesetz (§ 172 II VVG) regelt die Definition des Begriffes einer Berufsunfähigkeit. Dort heißt es:

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.

Leistung bei Berufsunfähigkeit bedeutet nicht auch Leistung der gesetzlichen Absicherung

Solltest Du also Deinen Beruf zu 50 % nicht mehr ausüben können, dann muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten. Anders die gesetzliche Absicherung. Da hier auf den gesamten Arbeitsmarkt verwiesen werden kann, ist es möglich, dass der Begriff einer Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllt ist, jedoch nicht der für eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, da man noch länger als 6 Stunden in einem anderen Beruf tätig sein kann.

Gesetzliche Absicherung bei Schweizer Grenzgängern

Auch in der Schweiz können Grenzgänger bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur mit Grundleistungen rechnen. Ferner wird, ähnlich der deutschen gesetzlichen Absicherung, eine schnelle Integration zurück in die Arbeitswelt angestrebt. Somit kann der Gedanke, sich auf das Schweizer Absicherungssystem zu verlassen, mit einem großen existenziellen Risiko und verbunden mit finanziellen Nöten einhergehen.

Schweizer Grenzgänger haben einen gesetzlichen Invalidenschutz

Jeder Grenzgänger, der in der Schweiz mehr als 8 Stunden wöchentlich einer angestellten Tätigkeit nachgeht, hat Anspruch aus dem Sozialversicherungssystem der Schweiz. Für die gesetzliche Vorsorge bei Unfall oder Krankheit mit daraus resultierender Invalidität greift die Invalidenversicherung (IV). Die gesetzlichen, versicherten Leistungen werden fällig, wenn keine Eingliederungsmaßnahmen in die Arbeitswelt möglich sind und die Person auch in anderen zumutbaren Berufsgruppen nicht unterkommen kann.

So hoch ist eine Leistung aus der Schweizer Invalidenversicherung

Die Höhe des Invaliditätsgrades bemisst sich aus einem Einkommensvergleich. Einfach ausgedrückt nimmt die IV-Stelle bei voll Erwerbstätigen jenes Gehalt, dass ohne die gesundheitlichen Einbußen verdient werden könnte. Dann wiederum wird das Einkommen abgezogen, was man auf zumutbare Weise, nach Umschulungen und Eingliederungsmaßnahmen, auch in anderen Berufen verdienen könnte. Dies geschieht ungeachtet davon, ob das zumutbare Einkommen tatsächlich verdient wird. Der Differenzbetrag daraus in Prozent ausgedrückt, ergibt den Invaliditätsgrad. Darüber hinaus wird die Invalidenrente erst nach einer Sperrzeit von einem Jahr, in dieser der Invaliditätsgrad mindestens 40 % betragen hat, ausbezahlt. Die Auszahlung einer Leistung erfolgt somit erst ab einer 40%igen Invalidität.

Ferner wird erst ab einem Invaliditätsgrad von 70 % die volle Invalidenrente bezahlt. Ab einem Invaliditätsgrad von 40 % erhalten Versicherte die Rente zu einem Viertel des zuletzt verdienten Einkommens. Beträgt der Invaliditätsgrad 50 % ist es die halbe Rente und bei 60 % erhalten Versicherte die Rente in Höhe von drei Viertel. Jedoch kann schlussendlich im besten bzw. schlimmsten Fall eine volle Invalidenrente nie mehr als max. 80 % des letzten Einkommens betragen

Ferner wird erst ab einem Invaliditätsgrad von 70% die volle Invalidenrente bezahlt. Ab einem 40% Invaliditätsgrad erhalten Versicherte die Rente zu einem Viertel des zuletzt verdienten Einkommens. Beträgt der Invaliditätsgrad 50% ist es die halbe Rente und bei 60% erhalten Versicherte die Rente in Höhe von drei Viertel. Jedoch kann schlussendlich im besten bzw. schlimmsten Fall eine volle Invalidenrente nie mehr als max. 80% des letzten Einkommens betragen.

Tipp: Mehr Infos zur deutschen und Schweizer Absicherung erhältst Du bei uns oder im Internet unter:

>> Absicherung Schweiz

>> Absicherung Deutschland

Raphael Grässlin

Kaufmann für Versicherungen & Finanzen (IHK)

Nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die Arbeitskraft vollumfänglich

Das Risiko, im Erwerbsleben auszuscheiden, ist groß. Dabei muss die Berufsunfähigkeit nicht ein Leben lang sein. Schon wenige Monate der Berufsunfähigkeit können Personen aus der Bahn werfen. Die große Lücke zwischen Deinem Gehalt bzw. Lohn und einer gesetzlichen Leistung sollte mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgefüllt und versichert werden. Eine BU-Absicherung wird Dir sicher im Leistungsfall keine Gesundheit bringen, wohl aber finanzielle Hilfe, wenn das Leid am größten ist.

Darum scheiden Personen aus dem Erwerbsleben aus.

„Mir passiert schon nichts“, sagt sich jeder. Dennoch ist jede vierte Person einmal im Leben von Berufsunfähigkeit betroffen. Die Risiken, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, sind vielfältig. Schließlich kann rund um die Uhr und weltweit etwas passieren. Eine interessante Statistik zeigt für Deutschland die Verteilung der Ursachen von Berufsunfähigkeit im Jahr 2019 auf:

  • Nervenkrankheiten – 42,9 %
  • Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparates – 20,89 %
  • Sonstige Erkrankungen – 17,61 %
  • Krebs und andere bösartige Geschwülste – 17,05 %
  • Unfälle – 7,77 %
  • Erkrankungen des Herzens oder der Gefäßsysteme – 7,03 %

Die besten Highlights einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei einer BU-Absicherung lohnt es sich, sich mit den Leistungsmerkmalen des Anbieters auseinanderzusetzen. Damit bei einer BU-Absicherung auch nichts schiefgeht und die beste Entscheidung getroffen werden kann, zeigen wir Dir wichtige Kriterien, die vor einem Abschluss mitberücksichtigt werden sollten:

  • Volle Leistungspflicht ab 50 % Berufsunfähigkeit.
  • Verzicht der abstrakten Verweisbarkeit.
    Im Leistungsfall darf die Versicherung nicht auf berufsfremde Berufe verweisen.
    Es ist also auch wirklich der Beruf versichert, der ausgeübt wird. Im Grunde dürfen Versicherte nur in einen anderen Beruf verwiesen werden, falls dieser konkret ausgeübt wird und Ausbildung oder Erfahrung der bisherigen Lebensstellung entspricht.
  • Volle Leistung auch im Pflegefall.
    Achte darauf, dass die Versicherung auch schon ab einem niedrigen Pflegegrad für eine Leistung aufkommen muss.
  • Voller Versicherungsschutz auch bei Berufswechsel und ohne Mehrbeitrag.
    Hintergrund: Manche Berufe sind BU-technisch gefährlicher eingestuft als andere. Die BU passt sich also an Deine berufliche Laufbahn an.
    Zusätzlicher Tipp: Schon viele BU-Versicherer bieten eine Besserstufung an, wenn ein ungefährlicherer Beruf ausgeübt wird. So können sich Versicherte auch während einer Vertragslaufzeit besserstellen.
  • Weltweiter Versicherungsschutz.
  • Umfangreiche Nachversicherungsoptionen ganz ohne erneute Gesundheitsprüfung.
    Hiermit ist zu vertraglich festgelegten Kriterien, wie z. B. festgelegter Zeitraum, Heirat, Gehaltserhöhung usw., eine Erhöhung der versicherten BU-Rente möglich.
  • Volle Leistung auch bei verspäteter Meldung.
    Nicht immer wird bei gesundheitlichen Einschränkungen gleich an eine Versicherung gedacht. Prüfe vor einem BU-Abschluss die Fristen, innerhalb derer ein möglicher Leistungsfall gemeldet werden muss.

So gelingt die Vertragsgestaltung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Neben der ausführenden Tätigkeit, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden soll, gibt es noch weitere vertragliche Gestaltungsspielräume. Jeder dieser vertraglichen Parameter hat Auswirkungen auf den schlussendlichen Beitrag zur BU-Absicherung. Die absolut wichtigsten Punkte sind die folgenden:

  • Höhe der BU-Rente:
    Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte mit einem Fachmann besprochen und kalkuliert werden. So kannst Du Dir sicher sein, dass die Rente ausreichend sein wird und Deinem Bedarf entspricht. Eine gute BU-Absicherung sollte bis zu 80 % der aktuellen Nettoeinkünfte betragen. So sind Versicherte vor einer eventuellen Zahlung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente unabhängig geschützt. Denn eine „Bereicherung” mit der BU-Vorsorge wird nicht gestattet und auf der anderen Seite könnte eine zu niedrig gewählte Berufsunfähigkeitsrente dazu beitragen, dass die versicherte BU-Rente an die gesetzlichen Grundleistungen in einem Leistungsfall angerechnet werden. So wären in beiden Fällen die Prämien im schlimmsten Fall „umsonst” bezahlt worden.
  • Beitragsdynamik:
    Eine Beitragsdynamik erhöht die versicherte BU-Rente während der Vertragslaufzeit. Stelle Dir vor, Du versicherst eine Rente in Höhe von insgesamt 1.750.- €. Nach ein paar Jahren genügt Dir diese Absicherung nicht mehr aufgrund von Gehaltserhöhungen, Familie oder Inflation. Bei einer Beitragsdynamik erhöht sich die versicherte Rente jährlich um einen bestimmten Prozentsatz und die Leistungen erhöhen sich planbar jedes Jahr.
  • Leistungsdynamik:
    Ähnlich einer Beitragsdynamik betrifft dies einen möglichen Leistungsfall. Eine Leistungsdynamik erhöht die auszahlende BU-Rente Jahr für Jahr um einen vertraglich festgelegten Prozentsatz. Hat der Versicherte bspw. eine Leistungsdynamik in Höhe von 3 % vereinbart, so erhöht sich im Leistungsfall die BU-Rente jedes Jahr um diesen Prozentsatz.
  • Versicherungsdauer:
    Leider ist das Risiko zu hoch, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht bis zur gesetzlichen Regelaltersrente laufen zu lassen. Achte unbedingt darauf, dass die BU so lange läuft, bis Du auch in Rente oder in Pension gehst. Denn bei einem Vertragsablauf von bspw. dem 60. Lebensjahr fehlen bis zu 7 Arbeitsjahre. Falls in dieser Zeit ein BU-Fall eintritt oder der Vertrag schon leisten muss und es mit dem 60. Geburtstag des Kunden nicht mehr tut, müssen schlimmstenfalls 7 Jahre überbrückt werden. Sollten monatlich 2.000.- € benötigt werden, sind in nur 7 Jahren ganze 168.000.- € notwendig. (Rechenweg: Berufsunfähigkeit nur 7 Jahre mit monatlichem Geldbedarf von 2.000.-€). So viel Geld haben wohl die wenigsten nebenher gespart.
  • Zeitraum bis zur BU-Leistung: 
    Der Zeitraum, bis eine Berufsunfähigkeitsversicherung zur Leistung kommt, sollte 6 Monate betragen. Dies nennt sich in der Versicherungssprache fingierter Prognosezeitraum. Ist der Versicherte in seiner Gesundheit eingeschränkt und diese Einschränkung hält voraussichtlich länger als 6 Monate an, kommt es zur Leistung.
  • Rückwirkende Anerkennung:
    Diese Leistungserweiterung versichert die BU-Rente ab dem Monat, in dem der BU-Fall gemeldet wurde. Wird also z. B. 4 Monate nach einer Krankheit festgestellt, dass man voraussichtlich länger als 6 Monate den BU-Begriff erfüllt, wird rückwirkend die versicherte BU-Rente ausgezahlt.
  • Beitragsverrechnung:
    Vor dem Vertragsabschluss kann zwischen der „Chance auf Geld zurück” oder einer Beitragsverrechnung gewählt werden. Hierbei werden bei BU-Versicherungen immer ein Brutto- und ein Nettobeitrag angegeben. Der Bruttobeitrag ist dabei der volle bzw. höhere Beitrag inklusive der Überschussbeteiligung. Hingegen ist der Nettobeitrag der günstigere Beitrag, also der reine Risikobeitrag, der für eine Versicherung abzüglich der Überschüsse bezahlt werden muss (Beitragsverrechnung).
    Bei der Option „Geld zurück” werden Überschussanteile, die die Versicherung erwirtschaftet, in einen Fonds gesteckt und konservativ angelegt, bis der Vertrag endet. Ist ein Guthaben vorhanden, kommt es bei Berufsunfähigkeit oder Ablauf der Versicherung zur Auszahlung. Vorteil ist, dass die Auszahlungen aus einer Risikoversicherung steuerfrei sind.
    Die Beitragsverrechnung ist die für den Kunden günstigere Möglichkeit. Hier wird nur der Risikobeitrag zur BU-Versicherung bezahlt. Monatlich werden die erwirtschafteten Überschüsse verwendet, um den Beitrag zu senken. Es sollte hier unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gap zwischen Brutto und Nettobeitrag nicht mehr als rund 50 % beträgt und die Versicherung eine starke Finanzkraft hat. Falls der Versicherer in der Zukunft keine Überschüsse in selber Höhe erwirtschaftet, könnte der Beitrag bis zur Höhe des Bruttobeitrages ansteigen. Dies ist bei manchen Versicherungen sogar das Doppelte des Nettobeitrages und mehr.

Die häufigsten Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Lies mehr über die wichtigsten Fragen zur Absicherung

Lohnt es, sich schon als Schüler oder Student eine BU abzuschließen?

Je früher Personen über die Absicherung bei Berufsunfähigkeit Bescheid wissen, desto besser. Einige Parameter sind so wichtig, dass es von Vorteil ist, sich früher als später für einen BU-Vertrag zu entscheiden.

Berufsgruppe:
Schüler und Studenten haben eine niedrige Risikoklasse des „Berufes“. So kann mit einer günstigen Berufsklassifizierung langfristig ein günstiger Beitrag gesichert werden. Auch wer sich zukünftig während einer Vertragslaufzeit für einen etwas gefährlicheren Beruf entscheidet, kann den bei Vertragsabschluss geltenden „günstigeren Beruf“ fortwährend beibehalten. Denn entscheidend sind immer die aktuellen Gegebenheiten bei Vertragsabschluss.

Einstiegsalter:
Je länger die Vertragsdauer, desto günstiger der Zahlbeitrag. Denn wer sich in jungen Jahren für eine BU entscheidet, spart aufgrund des jüngeren
(Einstiegs-)Alters viele Beiträge, als wenn sich die Person erst in der Zukunft für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden würde.

Gesundheitsfragen:
Bei einem Berufsunfähigkeitsabschluss wird in der Regel der Gesundheitszustand der letzten 10 Jahre abgefragt. Oftmals ist man gerade in jüngeren Jahren noch kerngesund und kann mühelos eine BU abschließen. Und falls eine Gesundheitsfrage doch mit Ja beantwortet werden muss, dann ist es wichtig, immer bei der Wahrheit zu bleiben. Denn alles andere könnte bis hin zu einer Leistungsablehnung führen. Ferner braucht niemand Angst vor den Gesundheitsfragen haben, denn 75 % aller Anträge werden ohne Wenn und Aber angenommen.

Passt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung an einen neuen Beruf an?
Ja, bei einer BU wird immer die aktuell ausführende Tätigkeit versichert. Das kann folgende zwei Vorteile haben:

  • Besserstellung – höhere Risikoklasse:
    Angenommen eine Person schließt eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Schüler/Student oder aber in einem risikoarmen Beruf wie z. B. Bürokaufmann ab. Nun wechselt die versicherte Person die Branche und ist Zimmermann. So hat der Kunde weiterhin die günstigere Einstufung als Bürokaufmann und es wird zum gleichen Beitrag die dann ausführende Tätigkeit Zimmermann versichert.
  • Besserstellung – niedrigere Risikoklasse:
    Viele BU-Anbieter gewähren eine nachträgliche Besserstellung des versicherten Berufes. Hierzu zählen insbesondere:
    – Berufswechsel in eine ungefährlichere Tätigkeit
    – Fortbildungen, Studium, Führungspositionen in der ausgeübten Tätigkeit.

Aufgrund der nachträglichen Besserstellung kann es zu einer Reduzierung des Zahlbeitrages kommen, da für die Versicherung das versicherte BU-Risiko gesenkt wird.

Bestehende BU-Verträge können sich also nur zugunsten des Versicherten verbessern.

Wie hoch muss die Berufsunfähigkeitsrente versichert werden?

Viel zu oft sehen wir BU-Absicherungen von unter 750 € im Monat. Das ist zwar gut für den Kunden, da er in solchen Fällen weniger Beiträge bezahlt. Doch sollte eine Berufsunfähigkeitsrente höher liegen als die Grundsicherung, da sonst eine private Absicherung der gesetzlichen Grundsicherung angerechnet werden kann. Somit kann es passieren, dass jahrelanges Einzahlen nur eine Anrechnung der gesetzlichen Leistungen erbracht hat und man nicht über Hartz-IV-Niveau leben kann.

Verbraucherzentralen und Versicherungen empfehlen eine BU-Rente, die etwa 80 % des Nettoeinkommens absichern sollte.
Falls eine Person also bspw. einen Nettolohn in Höhe von 2.250.- Euro monatlich erhält, sollte eine etwa 1.800.- Euro hohe BU-Rente abgeschlossen werden.

Eine Empfehlung ist nicht in Stein gemeißelt und nur ein Richtwert. Schlussendlich entscheidet jeder für sich selbst, wie viel Geld er monatlich zur Verfügung haben muss und absichern sollte.
Wichtig ist, alle laufenden Kosten des täglichen Bedarfs im Blick zu behalten und sich auch im Falle einer Berufsunfähigkeitsversicherung bisweilen einen Urlaub gönnen zu können.

Tipp: Achte darauf, dass Du im BU-Fall eventuell nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst und es unter Umständen schwierig wird, auch eine private Vorsorge weiterhin am Laufen zu halten. Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung spätestens mit der Regelaltersrente abläuft, musst Du auch während eines BU-Falles genügend liquide Mittel zur Verfügung haben, um für das Alter vorsorgen zu können.

Welches Risiko hat eine zu niedrige Berufsunfähigkeitsrente noch?

Leider haben viele Personen eine zu geringe BU-Absicherung abgeschlossen. Ein großes Risiko hierbei ist, dass im Leistungsfall die gesetzliche Absicherung gar nicht greift oder zu wenig ausbezahlt wird, da die Kriterien für eine Erwerbsminderungsrente andere sind als die für Berufsunfähigkeit.

So kann eine zu geringe BU-Rente dazu führen, dass der deutsche Staat entlastet wird und schlussendlich umsonst in eine Berufsunfähigkeitsversicherung einbezahlt wurde. Denn sollten alle Leistungen bei Berufsunfähigkeit unter der gesetzlichen Grundsicherung (Hartz IV) liegen, dann wird die auszuzahlende BU-Rente nur den gesetzlichen Leistungen abgezogen bzw. auf die Grundsicherungshöhe angerechnet und wird nicht, wie viele glauben, hinzuaddiert.

Nicht nur darum ist es wichtig, dass die Arbeitskraftabsicherung (BU) korrekt ermittelt wurde. Falls Du schon einen BU-Vertrag hast oder Dir vor einem Abschluss nicht sicher bist, welche Rentenhöhe die richtige für Dich ist, sprich uns gerne an und wir unterstützen Dich dabei.

Macht ein Wechsel einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung Sinn?

Grundsätzlich ist es bei einem Versicherungswechsel so, dass die bestehende BU-Versicherung immer gekündigt werden muss und woanders ein neuer Vertrag abgeschlossen wird. Darum macht ein Wechsel nur Sinn, sobald für bessere Leistungen ein geringerer Beitrag bezahlt werden muss.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Es gibt noch weitere Faktoren, die man im Blick haben muss:

  • Die abgesicherte Rente ist zu niedrig oder
  • Die Vertragslaufzeit zu kurz.
  • Eine nachträgliche Vertragsänderung ist bei Deinem aktuellen BU-Versicherer ausgeschlossen.
  • Durch einen Berufswechsel kommt es zu einer niedrigeren Risikoklasse und die Person würde bei einem Neuabschluss weniger Beitrag bezahlen als im aktuellen Tarif.
  • Es wird festgestellt, dass die Kriterien für eine Leistung im bestehenden Tarif nicht gut sind und es weitaus bessere BU-Tarife gibt.

Selbstverständlich können noch weitere Parameter gegeben sein, die für einen BU-Wechsel sprechen. Falls Du Deine Versicherung wechseln möchtest, dann denke daran, erst die bestehende Versicherung zu kündigen, wenn die neue Versicherung Dich auch angenommen hat. Nicht, dass Du auf einmal ganz ohne Absicherung dastehst. Auch ein lückenloser Übergang des Anbieterwechsel muss im Auge behalten werden. Nicht, dass doppelt Beiträge bezahlt werden oder die versicherte Person für einen Zeitraum ohne BU-Schutz ist.

Hast Du einen bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag und bist Dir nicht sicher, ob dieser wirklich passt? Wir unterstützen Dich dabei, dies herauszufinden.

Was tun bei Vorerkrankungen, wenn ein BU-Abschluss nicht mehr möglich ist?

Falls Du einen BU-Antrag eigenständig ausfüllst oder Dich mit einem Berater nicht ganz so sicher fühlst, wenn mal eine Gesundheitsfrage mit „Ja“ beantwortet werden müsste, ist es sinnvoll, eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen.

Anonyme Risikovoranfrage:
Es ist möglich, einen BU-Antrag, die generelle Versicherbarkeit, anonym zu prüfen. Denn im Falle einer Ablehnung ist es meist gar nicht mehr möglich, bei einer anderen Versicherung unterzukommen. Der Grund hierfür ist das zentrale Hinweis- und Informationssystem (HIS). Hier werden bei fast allen Versicherungen die Ablehnungen elektronisch hinterlegt und ein anderer Versicherer greift bei einer erneuten Prüfung automatisch darauf zurück, da diese Datensätze allen Versicherungen zur Verfügung stehen.

Solltest Du Dir nicht sicher sein, sprich uns gerne darauf an und wir prüfen gemeinsam in einem kleinen Gespräch Deine Chancen auf einen BU-Abschluss.

Gibt es Alternativen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Da nicht jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, ist es sinnvoll, über Alternativen zu sprechen. Denn es nützt wenig, Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgetreu zu beantworten und seinen Versicherungsschutz zu gefährden oder eine zu kurze Vertragslaufzeit zu vereinbaren, um Beiträge zu sparen.

In solchen Fällen ist es sinnvoll, mit einem Berater über vernünftige Alternativen zu sprechen. Dies könnte eine Körperschutzpolice, Grundfähigkeitsversicherung oder auch eine Unfallversicherung sein.

Extrem wichtig ist es, die jeweiligen Vertragsbedingungen zu kennen. Denn es hilft nichts, sich für die nächstbeste Wahlmöglichkeit zu entscheiden, wenn Du die versicherten Leistungen nicht ausbezahlt bekommst.

Sprich uns gerne an und wir zeigen Dir lebenssituationsgerechte Optionen auf.

Leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch im Pflegefall?

Viele BU-Tarife versichern die vereinbarte BU-Rente auch im Pflegefall.

Die Leistungskriterien erfolgen über das ADL-Punktesystem¹ (Abk.: Activities of Daily Living) oder bspw. pauschal ab einem Pflegegrad 2.

¹Das ADL-Punktesystem ist ein Bewertungsverfahren, das nicht einheitlich geregelt ist, sich also je nach BU-Anbieter unterscheiden kann. Hierbei werden Tätigkeiten des täglichen Lebens bewertet und inwiefern eine pflegebedürftige Person Grundfertigkeiten eigenständig ausführen kann. Werden bspw. 3 von 9 Punkten erreicht, wird die BU-Rente ausbezahlt.

Was ist eine Karenzzeit?

Unter Karenzzeit ist der Zeitraum zu verstehen, der von der Feststellung bzw. der Anerkennung der Berufsunfähigkeit bis zur erstmaligen Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente vergeht.

Die Vereinbarung einer Karenzzeit führt zu einer Beitragsersparnis. Dies kann für Personen sinnvoll sein, die aus anderen Mitteln (z. B. Ersparnisse oder Krankentagegeld) einen gewissen Zeitraum ohne die BU-Rente überbrücken können.

Gibt es Abzüge im Leistungsfall einer Berufsunfähigkeitsrente?

Ja, es werden unter Umständen Steuern und Krankenversicherungsbeiträge fällig. Diese Abzüge können eine Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall mindern.

Da dieses Thema recht umfassend ist, widmen wir ihm uns in der Zukunft mit einem eigenen Beitrag und verlinken diesen hier dann.

Wie hoch sind die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Viele Kunden sind überrascht, wie wenig eine BU-Absicherung kostet. Dennoch lässt sich eine Pauschalierung nicht nennen. Vielmehr kommt es auf viele Parameter an. Die wichtigsten haben wir im Beitrag schon genannt.

Einen BU-Beitrag, der für Dich in etwa zutrifft oder ein genaues Angebot, kannst Du gern bei uns direkt oder über unsere Partner berechnen lassen.