Dann bist Du ein Schweizer Grenzgänger

In vielen Situationen werden Personen zu Grenzgängern, sobald Staatsgrenzen überschritten werden. Sommerurlaub, Wochenendtrip, Freunde besuchen in der Schweiz, ein Tagesausflug in die Schweizer Alpen oder an einen der wunderschönen Alpseen. Hierfür musst Du Dich allerdings nicht in der Schweiz versichern.

Arbeiten in der Schweiz – wohnen in Deutschland

Maßgeblich für die Wahl der Krankenversicherung – auch Optionsrecht genannt – und um einen Grenzgängerstatus zu erhalten, ist das Folgende: 

  • Personen gehen einer regelmäßigen Arbeit in der Schweiz nach. 
    Hierzu gehört ebenso das Pendeln zwischen den Landesgrenzen Deutschlands und der Schweiz. Dabei sollten Schweizer Grenzgänger mindestens einmal die Woche die Heimreise an den deutschen Wohnsitz antreten.
  • Für Grenzgänger besteht weiterhin auch in Deutschland die Einkommensteuerpflicht. 
    Durch die steuerliche Veranschlagung kommt es in Deutschland zu quartalsweisen Steuervorauszahlungen, die das örtliche Finanzamt einzieht. 

Je nachdem wie Deine Schweizer Grenzgängertätigkeit genau verhandelt wurde, erhältst Du eine sogenannte Grenzgängerbewilligung. Meistens erhält der klassische Grenzgänger, der täglich zwischen seinem deutschen Wohnsitz und der Schweizer Arbeitsstätte pendelt, die sogenannte „G-Bewilligung“. 

Warum muss ich mich nun um meine Krankenversicherung kümmern

Die Regelung bzw. das Gesetz, dass ein Schweizer Grenzgänger sich im Erwerbsort versichern muss, wurde im Personenfreizügigkeitsabkommen im Jahre 2002 verabschiedet. Diese gesetzliche Regelung sagt aus, dass dort, wo regelmäßig einer Tätigkeit nachgegangen wird, auch der Krankenversicherungsschutz bestehen muss.

Das bedeutet das Optionsrecht

Ab dem Tag, an dem Deine Tätigkeit in der Schweiz beginnt, haben Grenzgänger ein sogenanntes Optionsrecht. Hierdurch ist es möglich, sich von der Schweizer Krankenversicherungspflicht befreien zu lassen. 

  • Die Befreiung der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz muss innerhalb der ersten drei Monate ab Tätigkeitsbeginn erfolgen. 

Eine Befreiung der Krankenversicherungspflicht ist kein Muss. Es kommt immer ganz darauf an, wie der Krankenversicherungsschutz gestaltet werden soll.

Bilaterales Abkommen Deutschland-Schweiz

Durch das bilaterale länderübergreifende Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland haben Schweizer Grenzgänger bestmögliche Entscheidungsfreiheit, den richtigen und passenden Krankenversicherungsschutz zu wählen. Du kannst als Grenzgänger zwischen drei üblichen Krankenversicherungsmöglichkeiten wählen.

Krankenversicherungswahl – Krankenversicherung für Grenzgänger

Personen, die in der Schweiz arbeiten und in Deutschland wohnen, können sich zwischen drei Krankenversicherungsvarianten entscheiden.

  • Grenzgängermodell (KVG)

Günstige fest planbare Prämien, keine Gesundheitsfragen und gesetzlicher Krankenversicherungsschutz in Deutschland wie auch in der Schweiz zeichnen die beliebteste Krankenversicherung für Grenzgänger – das Grenzgängermodell – aus. Gerade für Familien und Personen mit Vorerkrankungen ist sie sehr interessant, denn es blühen keine Überraschungen durch den Versicherer. Die Leistungen sind gesetzlich geregelt und Familienmitglieder, wie Kinder oder der Ehepartner, können günstig hinzugebucht werden.
Sollte die Grenzgängertätigkeit ein Ende finden, so kannst Du sicher sein, dass die deutsche GKV (gesetzliche Krankenversicherung) Dich wieder aufnehmen muss. Deinen Krankenversicherungsschutz kannst Du mit diversen Krankenzusatzversicherungen erweitern und damit Deinen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz verbessern. Doch Leistungserweiterungen für die Schweiz kosten oft extra. 

  • Private Krankenversicherung

    Grenzgänger haben ebenso die Wahl, sich für eine private Krankenversicherung zu entscheiden. Dies kann Sinn machen, wenn das gesetzliche Leistungsspektrum nicht genug erscheint. Gerade junge und gesunde Personen haben so die Möglichkeit, sich privat krankenzuversichern zu einem fairen Prämienbeitrag. Weiterer Vorteil: Du kannst genau den privaten Krankenversicherungsschutz wählen, den Du auch wirklich haben möchtest. Du bezahlst also nur für die Leistung, die Dir wichtig ist. Beachtet werden muss, dass eine Rückkehr in die deutsche gesetzliche Krankenversicherung eventuell im Alter nicht mehr zur Verfügung steht. 

  • Deutsche gesetzliche Krankenversicherung

    Freiwilliges Mitglied in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung zu sein, ist als Schweizer Grenzgänger ebenso möglich und stellt hier die dritte, aber auch m. M. die unrentabelste Entscheidung dar. Bei dieser Versicherungslösung werden die Kranken- (und auch Pflegeversicherungsbeiträge) einkommensabhängig veranschlagt. Bis zu einer festgelegten Höchstgrenze – der Beitragsbemessungsgrenze – müssen Grenzgänger prozentual die Krankenversicherungsbeiträge entrichten. Durch das hohe Schweizer Lohnniveau sind so Monatsbeiträge über 769 Euro für einen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz keine Seltenheit. Grenzgänger, die diese Versicherungslösung in Betracht ziehen, sollten sich das weiter oben aufgeführte Grenzgängermodell genauer ansehen.

Das Krankenversicherung-für-Grenzgänger-Team.