FAQ – Grenzgänger-Krankenversicherung

Die Gegebenheiten des Schweizer Grenzgängers, der in der Schweiz beruflich tätig ist und weiterhin in Deutschland seinen Wohnsitz hat, sind häufig ähnlich oder gar dieselben. Die am häufigsten gestellten Fragen unserer Kunden werden wir hier besprechen und Du erhältst hiermit schon jetzt viele Fragen beantwortet.   

FAQ - Krankenversicherung für Grenzgänger

Die häufigsten Anfragen von Grenzgängern und Aufenthaltern.

Für Schweizer Grenzgänger
Fragen und Antworten 

Ich werde Grenzgänger. Wann muss ich mich um die Krankenversicherung kümmern?

Sobald Personen in der Schweiz tätig werden, entsteht die obligatorische Krankenversicherungspflicht in der Schweiz. Zu diesem Zeitpunkt beginnt das sogenannte Optionsrecht für die Wahl und den Nachweis einer Krankenversicherung.
Der Tag, an dem die Krankenversicherungspflicht beginnt, ist im Arbeitsvertrag – Anmeldung der Beschäftigung laut Meldeverfahren – festgehalten oder aber auch in der Grenzgängerbewilligung.
Doch ganz so schnell muss es auch nicht sein. Die Gesetzgebung setzt zum rechtzeitigen Beitritt einer Grenzgänger-Krankenversicherung eine Frist von drei Monaten (Optionsrecht). Die dreimonatige Frist, in der Du dem zuständigen kantonalen Amt den Krankenversicherungsnachweis vorlegen solltest, beginnt mit dem Tag der Anmeldung Deiner Tätigkeit oder wie erwähnt mit dem Tag, den Du im Grenzgängerausweis findest.
Somit können sich Personen auch innerhalb der Dreimonatsfrist, rückwirkend zum Tätigkeitsbeginn in der Schweiz, so krankenversichern wie sie es möchten. Es entstehen also keinerlei Deckungslücken im Krankenversicherungsschutz. 

Verspäteter Beitritt – Was nun?
Beginnt die Grenzgänger-Krankenversicherung erst nach Ablauf der drei Monate, fängt der Versicherungsschutz frühestens zum Zeitpunkt der Registrierung beim Krankenversicherer an. Des Weiteren sieht das Gesetz vor, eine Strafprämie in Höhe von 30 %–50 % der Monatsprämie und der doppelten Dauer der Verspätung, höchstens jedoch fünf Jahre, vom Versicherten zu verlangen. Mehr dazu findest Du in der Rechtsprechung Art. 8 KVV.
Der Betroffene hat die Möglichkeit, die dargelegte Lücke des Krankenversicherungsschutzes zu schließen, indem er sich über eine „freiwillige Mitgliedschaft” in Deutschland versichert. Entsprechend sind für die bestimmte Dauer, in der sich freiwillig in Deutschland krankenversichert werden muss, einkommensabhängige Beiträge zu zahlen.

Optionsrecht - Was bedeutet es und was gibt es zu beachten?

Mit Tätigkeitsbeginn haben Grenzgänger die Möglichkeit, sich innerhalb von drei Monaten für eine Schweizer Krankenversicherung – Grenzgänger-Krankenversicherung – zu entscheiden. Das Optionsrecht gibt einem jedoch auch die Möglichkeit, sich einen anderweitigen und gleichwertigen Versicherungsschutz zu wählen. Dies wäre zum Beispiel die Wahl einer privaten Krankenversicherung in Deutschland oder auch die Mitgliedschaft in einer freiwilligen Krankenversicherung in Deutschland.

Die Ausübung des Optionsrechts und auch die Befreiung (von der Schweizer Krankenversicherungspflicht) erfolgt bei der zuständigen kantonalen Behörde der Schweiz (BAG). Die zuständige Gesundheitsbehörde ist in der Regel in dem Kanton, in dem der Arbeitgeber seinen Sitz hat. Darüber hinaus schließt die Ausübung des Optionsrechtes auch die nicht erwerbstätigen Familienangehörigen mit ein und ist unwiderruflich.

Vorteil für Grenzgänger aus Deutschland: Die Familienangehörigen können das Optionsrecht auch getrennt ausüben und müssen sich nicht zwingend (wie bspw. der Ehegatte, der in der Schweiz arbeitet), ebenfalls dort versichern. Somit steht es den Familienangehörigen frei, sich weiterhin in Deutschland zu versichern. Das Optionsecht wird also immer als Einheit ausgeübt und ist unwiderruflich.

Eine lukrative Lösung kann oftmals sein, dass sich der Grenzgänger in der Schweiz mit dem attraktiven Grenzgängermodell versichern kann und situationsbedingt die Familienangehörigen bei einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland verbleiben.

Als Familienangehörige gelten der Ehegatte sowie Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und volljährige, unterhaltsberechtigte Kinder.

Welche Krankenversicherung für Grenzgänger ist die richtige für mich?

Personen, die in der Schweiz zu arbeiten beginnen, können das Optionsrecht nutzen und sich innerhalb der ersten drei Monate für eine geeignete Krankenversicherung entscheiden. Grenzgänger haben die Wahl zwischen dem

  • Grenzgängermodell (KVG-Lösung)
    Versicherte haben sowohl den Schweizer Krankenversicherungsschutz als auch eine deutsche gesetzliche Krankenversicherung. Und bezahlt wird nur der günstige Beitrag für die Grenzgänger-Krankenversicherung (auch genannt: Pflichtversicherung KVG). Während des Vertragsabschlusses wird hierzu das sogenannte Formular E 106 ausgefüllt. Dieses Formular ist dafür da, dass der deutsche Krankenversicherer die entstehenden Rechnungen mit der Schweizer Krankenversicherung reguliert. Die betreffenden Personen haben hierdurch sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland gesetzlichen Krankenversicherungsschutz, jeweils nach dem Pflichtleistungskatalog der beiden Länder. Weiterer Vorteil: Es gibt keine Gesundheitsfragen. 
  • Private Krankenversicherung
    Versicherte entscheiden sich bei Vertragsabschluss für einen geeigneten Tarif. Hierbei gilt, je besser die Leistungen, desto teurer ist auch die Versicherungsprämie. Auch gibt es eine ausgiebige Gesundheitsprüfung. Mit einer privaten Krankenversicherung können sämtliche Bereiche abgedeckt werden, sodass Versicherte bestens aufgehoben sein können.
  • Freiwillige gesetzliche Krankenversicherungsmitgliedschaft in Deutschland
    Versicherte haben gesetzlichen Krankenversicherungsschutz in Deutschland. Viele Grenzgänger waren schon in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Doch Achtung: Grenzgänger sind nicht mehr Pflichtmitglieder und müssen nun die Krankenversicherungsprämie, bis zur Beitragsbemessungsgrenze, selbst entrichten. Wer weiterhin den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz vorzieht, sollte sich mit dem Grenzgängermodell befassen.

Jeder Grenzgänger sollte sich mit der Wahl einer geeigneten Krankenversicherung ausgiebig beschäftigen. Denn häufig ist man mehrere Jahrzehnte oder gar ein Leben lang bei seiner gewählten Versicherung. 

Ist es möglich, das Optionsrecht ein zweites Mal in Anspruch zu nehmen?

Leider nicht. Es ist gesetzlich nicht vorgesehen, dass der Schweizer Grenzgänger mehr als einmal vom Optionsrecht Gebrauch macht. Das Optionsrecht muss in den ersten 3 Monaten genutzt und sich für eine Krankenversicherung entschieden werden. Darüber hinaus erhalten Grenzgänger auch durch Lohnerhöhungen, Kantonswechsel, Heirat, Geburt, Scheidung oder Verwitwung kein neues Optionsrecht.
Daneben haben länger in der Schweiz Tätige eventuell die Möglichkeit, sich auf ein Gerichtsurteil zu berufen und ein Befreiungsgesuch an die zuständige kantonale Behörde zu stellen, um nachträglich in eine Grenzgänger-Krankenversicherung – Grenzgängermodell KVG – wechseln zu können. 

Das Optionsrecht wurde nie in Anspruch genommen. Gibt es eine Möglichkeit, sich doch noch im Grenzgängermodell zu versichern?

Personen, die schon länger in der Schweiz arbeiten, haben oft das Problem, dass sie damals zu Beginn gar nicht oder nur mangelhaft beraten oder informiert wurden. So können Privattarife (oft: VVG-Krankenversicherung) in der Schweiz angeboten worden sein. Diese mittlerweile geschlossenen Tarife sind oft sehr teuer und zu Recht möchten Versicherte diese wechseln.
In vielen Fällen wurde das Optionsrecht nicht genutzt. Diese Personen haben eine Chance, sich nachträglich im Grenzgängermodell (KVG) zu versichern, denn
im Jahre 2015, am 10. März, entschied das Schweizerische Bundesgericht, dass für das sogenannte Befreiungsgesuch ein formeller Antrag an die kantonale Behörde gestellt werden muss. Vor der neuen Rechtsprechung war die „stillschweigende Ausübung des Optionsrechtes” in einigen Schweizer Kantonen rechtswirksam. Dies ist seit dem oben genannten Gerichtsurteil nicht mehr der Fall.

Personen, die bei Tätigkeitsbeginn in der Schweiz kein formelles Gesuch gestellt oder sich befreit haben, können sich auf das neue Urteil berufen. Betroffene Personen erhalten von uns die Möglichkeit, mithilfe unseres kostenlosen Schweizer Grenzgänger-Befreiungsgesuchs, sich an das zuständige kantonale Amt der Schweiz zu wenden. Sehr wahrscheinlich wird dem Wunsch, sich erneut der Versicherungspflicht in der Schweiz zu unterstellen, stattgegeben. Dahingehend begründet, dass zu Beginn der Grenzgängertätigkeit die kantonalen Gesundheitsbehörden meist nicht informiert wurden und wie beschrieben es „lediglich” zu einer stillschweigenden Befreiung gekommen ist. So unterstützen wir betroffene Grenzgänger, sich bspw. in der Krankenversicherung für Grenzgänger, dem Grenzgängermodell (KVG), zu versichern.

Welche Leistungen gibt es in der KVG-Lösung, dem Grenzgängermodell?

Im Grenzgängermodell versicherte Personen erhalten Erstattungsleistungen, sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland. Versichert werden jeweils die gesetzlichen Leistungen der Länder. Bedeutet:

  • Schweiz: Gesetzlicher Schweizer Pflichtleistungsbezug (KVG-Leistung).
  • Deutschland: Standard-GKV-Leistungen nach dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Durch die länderübergreifende Versicherungslösung im Grenzgängermodell haben Versicherte weiterhin über einen aushelfenden Träger ein deutsches Krankenversicherungskärtchen. Der „aushelfende Träger” ist hierbei eine beliebige deutsche gesetzliche Krankenversicherung. Beispielsweise die AOK, Barmer oder Techniker Krankenkasse. Daneben gibt es eine Krankenversicherungskarte vom Schweizer Grundversicherer. So können Schweizer Grenzgänger in Deutschland wie auch der Schweiz gesetzlich krankenversichert sein und bezahlt wird nur eine günstige, einkommensunabhängige Krankenversicherungsprämie im Grenzgängermodell. 

Falls Deine Familie und/oder die nicht erwerbstätigen Familienangehörigen in dieser Vertragskonstruktion mitversichert werden, gilt dies dann für alle versicherten Personen ebenso.

Warum ist das Formular E 106 für Versicherte im Grenzgängermodell wichtig?

Grenzgänger, die sich für die KVG-Lösung – das Grenzgängermodell – entscheiden, haben sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland Krankenversicherungsschutz. Dies ermöglicht das bilaterale Abkommen der Länder. Damit die gewählte deutsche Krankenversicherung (bspw. Barmer) mit der Schweizer Grundversicherung (bspw. SWICA) abrechnen kann, muss zwingend das Formular E 106 beim Krankenversicherer eingereicht werden. Zum einen bestätigt die Schweizer Krankenversicherung dem Versicherten den Krankenversicherungsschutz. In der Folge wird das bestätigte Formular vom gewählten Schweizer Krankenversicherer der deutschen Aushilfskasse eingereicht. So ist sichergestellt, dass der deutsche Arztbesuch mit bspw. dem Barmer-Kärtchen abgerechnet werden kann und diese in der Folge die Kosten mit der Schweizer Krankenversicherung abrechnen können. 

Formular E 106 wurde nicht eingereicht
Im Fall, dass keine Registrierung mittels des Formulars E 106 bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse erfolgte, besteht weder Anspruch auf Kostenübernahme von Leistungen, die in Deutschland entstanden sind, noch ist es möglich, die Registrierung mittels des Formulars E 106 rückwirkend zu aktivieren. Sorge im eigenen Interesse für eine rechtzeitige Einreichung des Formulars und das Erhalten Deiner deutschen Krankenversicherungskarte der deutschen Aushilfskasse.

Ich möchte meine Krankenversicherung wechseln. Was muss ich beachten?

Es gibt viele Gründe, warum Krankenversicherte die Krankenversicherung wechseln wollen. Auch nach dem Optionsrecht gibt es Möglichkeiten, eine Krankenversicherung zu wechseln. Hierzu ist es notwendig, in die unterschiedlichen Sektionen zu gehen, um herauszufinden, was auf Dich zutrifft. Bei den folgenden drei Grenzgänger-Krankenversicherungen hat jede ihre eigenen gesetzlichen Regelungen. Falls eine Krankenversicherung gekündigt wird, sollte dies immer schriftlich, per Einschreiben, geschehen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Grenzgängermodell – KVG-Lösung

  1. Für Wechselwünsche im Grenzgängermodell gibt es folgende Kündigungstermine. Zum einen kann man den Vertrag immer zum Jahresende kündigen. Beachte dabei den Eingang der Kündigung beim aktuellen Krankenversicherer. Dieser muss am letzten Arbeitstag im November, also einen Monat vor Kündigungsablauf eingehen.
  2. Zusätzliche Wechselmöglichkeit:
    Häufig haben Grenzgänger-Krankenversicherte im Grenzgängermodell eine Selbstbeteiligung (Franchise) in Höhe von 300 Schweizer Franken vereinbart. Solche Vertragskonstruktionen dürfen zusätzlich auf den 30. Juni gekündigt werden. Beachte, dass für eine solche Vertragskündigung das Kündigungsschreiben am letzten Schweizer Werktag im März beim Versicherer vorliegen muss.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland

Personen, die in der Schweiz arbeiten und weiterhin in Deutschland in einer GKV versichert sind, haben den Status der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherungsmitgliedschaft in Deutschland. Versicherte haben die Möglichkeit, während der gesamten Vertragslaufzeit, in einem zweimonatlichen Intervall die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

Die Kündigung ist immer zum Ende des übernächsten Monats möglich. Entnimm aus nachfolgender Tabelle den nächsten Wechseltermin.

Hinweis: Die Mitgliedschaft kann frühestens nach einer Mindestversicherungsdauer von 18 Monaten (Ausnahme Beitragsanpassung) gekündigt werden.

Private Krankenversicherung (PKV)

Personen mit einer privaten Krankenversicherung können einen Versicherungswechsel wie folgt anstreben:

  1. Die reguläre Möglichkeit, eine private Krankenversicherung zu kündigen, ist zum Ende des Versicherungsjahres oder auch des Kalenderjahres. Das Kündigungsschreiben muss dabei 3 Monate vor Vertragsablauf beim Versicherer eingegangen sein, um die Kündigungsfristen einzuhalten.
  2. Zusätzlich kann eine Beitragsanpassung dazu genutzt werden, eine Kündigung auszusprechen. Die Kündigung ist hierbei zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung gültig.

Hinweis: Die private Krankenversicherung kann frühestens nach einer Mindestversicherungsdauer von in der Regel 2 Versicherungsjahren gekündigt werden.

Denke bei einem Krankenversicherungswechsel immer daran, keine Krankenversicherung vor der Annahmebestätigung der neuen zu kündigen. Warte in jedem Fall immer erst die Versicherungsbestätigung des neuen Versicherers ab, bevor die Kündigung versendet wird.

Ich gehe wieder einer Beschäftigung in Deutschland nach!

Personen, die ihre Grenzgängertätigkeit in der Schweiz aufgeben, müssen sich bei einer sozial versicherungspflichtigen Tätigkeit wieder in Deutschland gesetzlich krankenversichern. Im Zuge des länderübergreifenden Arbeitgeberwechsels muss zum Beendigungstermin der Schweizer Tätigkeit die Krankenversicherung darüber informiert werden. Mögliche Kündigungsfristen entfallen.

Bei höheren Einkommen kann nebenbei statt der gesetzlichen Krankenversicherung situationsbedingt auch die private Krankenversicherung anvisiert werden.

Hinweis: Personen können bei einer Rückkehr nach Deutschland oft ihre bestehenden Krankenzusatzversicherungen aktiv bestehen lassen, um bspw. weiterhin von stationären Behandlungen in der Schweiz zu profitieren. Sprich am besten mit Deinem Ansprechpartner, um Ungewissheiten zu klären. 

Benötige ich eine Pflegezusatzversicherung?

Das Thema Pflege kann jeden treffen. Die medizinische Versorgung schreitet voran und Pflegebedürftige sind oft Jahre auf Pflegehilfe angewiesen, um den Alltag in bestimmten oder allen Lebensbereichen zu meistern. Eine Absicherung über die gesetzliche Pflegepflichtversicherung hinaus kann grundsätzlich jedem empfohlen werden.

Personen, die im Grenzgängermodell versichert sind, haben lediglich alle Sachleistungen aus der (deutschen) gesetzlichen Pflegepflichtversicherung heraus mitversichert. Damit sind Geldleistungen nicht versichert und eine private Pflegezusatzversicherung ist für den Schweizer Grenzgänger noch essenzieller, um sich vor den hohen Kosten im Pflegefall zu schützen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die gesetzlichen Pflegeleistungen kategorisiert nach den Pflegegraden.

Geltende Pflegeleistungen seit 2017 im Überblick

Sichere Dein Vermögen mit einer Pflegezusatzversicherung. Eine moderne Pflegezusatzversicherung hat unter anderem weltweite Leistung und keine Wartezeiten vereinbart.

Die Kosten der Pflege sind eine erhebliche finanzielle Belastung

Nachdem Du gelesen hast, wie hoch die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sein können, veranschaulichen wir Dir die hohen Pflegekosten, die dennoch selbst zu tragen sind. Pflegekosten sind teuer und oft existenzbedrohend. Denn nach bestimmten Freigrenzen haften zusätzlich die eigenen Kinder und/oder der Ehepartner bspw. für einen Teil der aufkommenden Pflegekosten. 

Beispielrechnung
Baden-Württemberg
*genäherte Werte 2021
Ambulante Pflege
Pflegegrad 4
Stationäre Pflege
Pflegegrad 5
Monatliche Pflegekosten 3.062 € 4.105 €
– Gesetzliche Leistungen – 1.612 € – 2.005 €
= Monatliche Lücke 1.450 € 2.100 €
Jährliche Lücke
(monatliche Lücke x 12)
= 17.400 € = 25.200 €
Vermögensrisiko durch Pflege nach 10 Jahren
(jährliche Lücke x 10)
= 174.000 € = 252.000 €

Es sprechen viele Gründe für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung. Aus unserer Sicht ist sie sowohl für den Grenzgänger als auch für den deutschen Arbeitnehmer ein absolutes Must-have. 

Muss ich für den Krankenversicherungsschutz meiner Kinder etwas beachten?

Personen, die in der Schweiz eine Tätigkeit beginnen, sollten sich umfassend informieren lassen. Nicht nur der eigene Versicherungsschutz, sondern auch der der eigenen Kinder muss beachtet werden, was die Wahl der Krankenversicherung nicht selten beeinflusst.
Somit kann zu der Frage keine seriöse einheitliche Antwort gegeben werden. Der Versicherungsschutz der Kinder ist von vielerlei Dingen abhängig. Nicht zuletzt ist der Krankenversicherungsschutz des Kindes auch vom Verdienst und Krankenversicherungsstatus Deines Ehepartners abhängig.

Hinweis: Gerne unterstützen wir Dich dabei und gehen qualitativ auf alle Vor- und Nachteile der in Betracht gezogenen Krankenversicherungswahl ein. 

Erhalte ich Arbeitslosengeld, wenn ich meinen Job in der Schweiz verliere?

Bei Grenzgängern, die ihre Arbeit verlieren und auf Arbeitslosengeld angewiesen sind, wird unter vollständiger Arbeitslosigkeit und der Teilzeitarbeitslosigkeit unterschieden.

  • Wird der Grenzgänger vollständig arbeitslos, dann erhält er das Arbeitslosengeld aus Deutschland. In den meisten Fällen ist es so, dass sich ein Grenzgänger aufgrund europäischer Regelungen im Wohnsitzland (Deutschland) arbeitslos melden muss. Solltest Du von Arbeitslosigkeit betroffen sein, kannst Du dich an die Bundesagentur für Arbeit im jeweiligen Landkreis hinwenden.
  • Bei einer Teilzeitarbeitslosigkeit (bspw. Kurzarbeit) haben Schweizer Grenzgänger über die Arbeitslosenversicherung der Schweiz (AHV) eine Geldleistung zu erwarten. Diese wird i. d. R. entsprechend des zuletzt verdienten Gehaltes zu 70 %, ausbezahlt.
Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich in Rente gehe?

Viele Grenzgänger haben sich beim Abschluss der Grenzgänger-Krankenversicherung für die berufliche Zeit in der Schweiz nur wenige Gedanken darüber gemacht, dass irgendwann die Regelaltersrente erreicht wird. Oft erreichen uns Anfragen über den Wunsch, in einer gesetzlichen Krankenversicherung (Deutsche GKV) unterzukommen, oder generell Optionen kennenzulernen, hohe monatliche Kosten zu senken.

Über diese Punkte solltest Du Dir Gedanken machen, wenn Du Dir überlegst, wie Deine Krankenversicherung im Alter geregelt sein soll:

  • Dein Wohnsitz bei Rentenbezug.
  • Wird nur aus der Schweiz oder auch aus Deutschland eine Altersrente bezogen?
  • Bist Du im Grenzgängermodell versichert und hast aus beiden Ländern eine Altersrente zu erwarten, musst Du Dich in Deutschland freiwillig gesetzlich krankenversichern. Falls Du im Grenzgängermodell auch im Alter versichert bleiben möchtest, muss in diesem Beispiel auf die deutsche Altersrente verzichtet werden.
  • Wichtig für Privatversicherte ist der Fakt, dass es nahezu unmöglich ist, sich nach dem 55. Lebensjahr einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung zu unterstellen.
  • Und vieles mehr  

Wie Du merkst, kommt es auf vielerlei Punkte an, die es zu klären gilt. Unserer Meinung nach kann solch eine Frage qualitativ nicht einheitlich beantwortet werden. Wende Dich hierzu am besten an Deinen Versicherungsfachmann vor Ort, der mit Dir die gewünschte Lösung sucht sowie alle Vor- und Nachteile abwägt. 

Ich ziehe in die Schweiz und werde Aufenthalter. Muss ich mich auch dort versichern?

Oft erreichen uns Anfragen wie die Krankenversicherung bei einem Umzug in die Schweiz konstruiert werden sollte. Als Aufenthalter unterliegt man der Krankenversicherungspflicht komplett in der Schweiz. Somit muss man sich zum Zeitpunkt der Meldung beim Schweizer Einwohnermeldeamt bei einem Schweizer Krankenversicherer versichern.
Gerne unterstützen wir Personen, die in die Schweiz verziehen, bei der Suche nach der passenden Krankenversicherung sowie beim Wechsel und bei anderen Versicherungsthemen, wie bspw. einer Haftpflicht- oder Hausratversicherung. 

Sende uns Deine Grenzgänger-Frage, solltest Du Dein Anliegen hier noch nicht gefunden haben.
Wir nehmen diese auf und erweitern ggf. die Grenzgänger-Krankenversicherung-FAQ.

Raphael Grässlin

Kaufmann für Versicherungen & Finanzen (IHK)

Das Krankenversicherung-für-Grenzgänger-Team.