Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung ist ein wichtiger Vorsorgebaustein als ganze oder teilweise Ergänzung zur gesetzlichen Unfallabsicherung. Denn jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 25 Mio. Unfälle mit durchschnittlich etwa 10 Mio. Verletzten. Über 80 % der Unfälle passieren außerhalb eines gesetzlichen Unfallschutzes in der Freizeit. Nicht nur deshalb ist der gesetzliche Leistungsumfang eingeschränkt und viele Leistungen können nur über eine private Absicherung umfänglich abgedeckt werden. Sobald die Unterschiede zwischen einer privaten Unfallversicherung und auch der gesetzlichen bekannt sind, ist es leicht möglich, seine Absicherung individuell zu gestalten. Welche Personen besonders von einer Unfallabsicherung profitieren und warum ein Versicherungsschutz gerade abseits der Arbeit wichtig ist, erklären wir im Folgenden. Dabei ist eine private Unfallversicherung schon für kleines Geld zu haben. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Unfallversicherung: Nach einem Unfall mit bleibender Gesundheitsbeeinträchtigung werden vereinbarte Leistungen ausbezahlt.
  • Versicherungssummen: Einmalzahlung, Rentenzahlung und weitere Geldleistungen können in individueller Höhe vereinbart werden.
  • Assistance-Leistungen: Pauschalen für Besorgungen und Einkäufe, Haushaltshilfen, Mahlzeitenservice, Kinder zur Schule bringen und weitere.
  • Optimieren des Versicherungsschutzes: Auch risikoreiche Hobbys oder Tätigkeiten können oft mitversichert werden.

Dann leistet eine Unfallversicherung

Damit eine private Unfallversicherung leistet, ist die Definition des Unfallhergangs entscheidend. Hierbei zählt bei allen Versicherungen erstmal das „PAUKE“-Prinzip, welches für das Folgende steht: 

Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person ein plötzlich von außen unfreiwillig auf den eigenen Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) erleidet.

Diese Unfalldefinition für einen Leistungsanspruch ist dabei der Grundsatz einer jeden Unfallversicherung. Jedoch gibt es nun eine ganze Menge Unfallversicherer in Deutschland und jeder versichert hier und dort ein paar Dinge mehr mit oder erweitert sogar den Unfallbegriff. Sei gespannt, denn im weiteren Verlauf erfährst Du, welche grundsätzlichen Leistungen die gesetzliche Unfallversicherung bezahlt und auf welche Leistungsparameter es bei einer privaten Unfallversicherung besonders ankommt. 

Die gesetzliche Unfallversicherung

Die gute Nachricht ist, dass die gesetzliche Unfallversicherung für alle Versicherten komplett kostenlos ist. Die Träger sind die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen und bilden zusammen das System der gesetzlichen Unfallversicherung.

Versicherungsschutz besteht dabei für Arbeitnehmer und viele andere während der beruflichen Tätigkeiten auf dem direkten Hin- und Rückweg wie auch für Berufskrankheiten. Auch Kinder und jüngere Erwachsene sind im Kindergarten, der Schule oder Universität nur während dieser Zeiten oder dem direkten Hin- oder Rückweg versichert. Abseits dieser Zeiten, also in der Freizeit, greift eine gesetzliche Unfallversicherung nicht und es besteht kein Unfallversicherungsschutz.

Die gesetzliche Unfallversicherung bezahlt ferner erst ab einer 20%igen Minderung der Erwerbstätigkeit.
Das bedeutet, falls es zu einem versicherten Ereignis während der Arbeitszeiten kommt, dann muss die Person in der Erwerbsfähigkeit mindestens 20 % eingeschränkt sein. Hierbei wird auch auf andere Berufe und Tätigkeiten verwiesen und nicht nur der aktuell ausführende Beruf betrachtet.

 

Von dem gesetzlichen Versicherungsschutz ausgeschlossen sind Selbstständige, Hausfrauen und Hausmänner, Pensionäre sowie Personen ohne Beruf. Dieser Personenkreis hat zwar die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern, jedoch ist eine private Unfallversicherung oft sinnvoller, wie im folgenden Beitrag erläutert wird.

Versicherungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Die gesetzlichen Träger haben als Ziel, die Person zurück in die Arbeitswelt zu integrieren. Hierbei wird die generelle Erwerbsfähigkeit betrachtet. 

Bei einem versicherten Unfall kommt die gesetzliche Unfallversicherung zum einen für Sachleistungen und zum anderen für Geldleistungen auf. Zu den Sachleistungen gehören unter anderem eine ärztliche Behandlung oder Rehabilitationsmaßnahmen. Entsprechend gehören zu den Geldleistungen Zahlungen, wie bspw. eine Verletztenrente oder das Verletztengeld.

Höhe der Versicherungsleistung

Die Höhe einer Entschädigungszahlung orientiert sich maßgeblich an der Minderung der Erwerbsfähigkeit. Verursacht durch einen Arbeitsunfall, Wegeunfall oder eine Berufskrankheit.

  • Bei voller Erwerbsminderung erhalten Versicherte nicht mehr als höchstens ⅔ des zuletzt verdienten und versicherten Jahresarbeitsverdienstes als monatliche Rente ausbezahlt.
  • Bei teilweiser Erwerbsminderung werden die Versicherungsleistungen im prozentualen Verhältnis gekürzt, wodurch erhebliche finanzielle Einbußen hingenommen werden müssen.

Leistungsbeispiel aus der gesetzlichen Unfallversicherung 

Erwachsener Arbeitnehmer:

Die Person hat ein versichertes Jahresgehalt von 30.000 €. Hiervon beträgt die volle Erwerbsminderungsrente ⅔ dessen und somit 20.000 €. Bei einer Erwerbsminderung von 20 % erhält die Person eine monatliche Unfallrente von rund 333,33 € und fällt damit in die staatliche Grundsicherung. 

Kinder, Schüler und Studenten: 

Bei jüngeren Personen legt der Gesetzgeber den Jahresarbeitsverdienst fest, da noch kein Einkommen aus Arbeit verdient wird. 
So hat beispielsweise ein Kind bis zum 6. Lebensjahr nur 25 % des angesetzten Jahresarbeitsverdienstes bei einer vollen Erwerbsminderung zu erwarten. Bei einer vollen Erwerbsminderung sind das in etwa 460 € und bei teilweiser Erwerbsminderung wird im prozentualen Verhältnis gekürzt. 

Gesetzliche Unfallabsicherung bei Schweizer Grenzgängern

Personen, die in Deutschland wohnen und in der Schweiz berufstätig sind, haben einen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz (UVG) in der Schweiz. Sobald der Grenzgänger mehr als 8 Stunden in der Woche beim selben Arbeitgeber tätig ist, wird der gesetzliche Unfallschutz sowohl um Nichtberufsunfälle (NBU) als auch um eine 24-Stunden-Deckung, die weltweit gilt, erweitert.

Unfalldefinition in der Schweizer gesetzlichen Unfallversicherung

Die Definition eines Unfalles ist in der Schweiz klar und einheitlich geregelt.

  • Plötzliches Ereignis: Nicht über einen längeren Zeitraum hinziehend
  • Zeitlich und örtlich bestimmbares Ereignis: Wann genau und wo es passiert ist
  • Von außen auf die Person wirkendes Ereignis:  Bspw. ein Aufprall oder ein Sturz
  • Unfreiwilliger Körperschaden: Unter anderem die Bewegungsuntauglichkeit eines Beines

Beiträge zur Schweizer gesetzlichen Unfallversicherung

Beiträge zur gesetzlichen Schweizer Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber. Jedoch werden die Beiträge für das Risiko von Nichtberufsunfällen oft auf den Arbeitnehmer umgelegt. Die Höhe des Beitrages richtet sich hierbei nach Risikoklassen. Grundlage dessen sind der ausgeübte Beruf, das Unternehmen, aber auch der Verdienst.

 

Hierfür kommt die Schweizer gesetzliche Unfallversicherung auf

Zu den Versicherungsleistungen gehören unter anderem die medizinischen Kosten und Wiedereingliederungsmaßnahmen, die nach einem Unfall entstanden sind. Hierzu gehören:

  • Kranken- bzw. Rettungstransport
  • Arzt sowie allgemeine Krankenhauskosten
  • Heilbehandlung
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Pflegeleistungen

Versicherte Geldleistungen in der gesetzlichen Schweizer Unfallversicherung

Weitere Versicherungsleistungen, die als Geldleistung ausbezahlt werden, sind Tagegelder und Invalidenrenten. Der höchste versicherbare Jahresverdienst liegt bei 148.200 Schweizer Franken.

  • Tagegeld:
    Das Tagegeld wird ab dem dritten Tag bei durch Unfall oder Berufskrankheit bedingter Arbeitsunfähigkeit ausbezahlt. Die Höchstentschädigung beträgt max. 80 % des versicherten Verdienstes. Daneben wird bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit die Entschädigung prozentual angepasst und reduziert. 
    Falls eine Wiedereingliederung in die Arbeitswelt nicht möglich ist, wird das Tagegeld längstens bis zur Festsetzung einer möglichen Invalidenrente bezahlt.
  • Invalidenrente:
    Falls der Versicherte nach einem Unfall bzw. bei Berufskrankheit langfristig nicht genesen kann, kommt es zur Festsetzung einer Invalidenrente. Die Höhe des Invaliditätsgrades bemisst sich aus einem Einkommensvergleich. Einfach ausgedrückt nimmt die IV-Stelle bei voll Erwerbstätigen jenes Gehalt, dass ohne die gesundheitlichen Einbußen verdient werden könnte. Dann wiederum wird das Einkommen abgezogen, was man auf zumutbare Weise, nach Umschulungen und Eingliederungsmaßnahmen, auch in anderen Berufen verdienen könnte. Dies geschieht ungeachtet dessen, ob das zumutbare Einkommen tatsächlich verdient wird. Der Differenzbetrag daraus in Prozent ausgedrückt, ergibt den Invaliditätsgrad.
    Darüber hinaus wird eine Invalidenrente erst nach einer Sperrzeit von einem Jahr, in dieser der Invaliditätsgrad mindestens 40 % betragen hat, ausbezahlt. Die Auszahlung einer Invalidenrente erfolgt somit immer erst ab einer 40%igen Invalidität. Ferner wird ab einem Invaliditätsgrad von 70 % die volle Invalidenrente ausbezahlt. Die volle Invalidenrente beträgt max. 80 % des Einkommens. Ab einem 40%igen Invaliditätsgrad erhalten Versicherte die Rente zu einem Viertel des zuletzt verdienten Einkommens. Beträgt der Invaliditätsgrad 50 % ist es die halbe Rente und bei 60 % erhalten Versicherte die Rente in Höhe von drei Viertel.

Private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung ist unabhängig von einer gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei gilt die private Unfallabsicherung weltweit und rund um die Uhr. Der Versicherungsschutz wird individuell gestaltet und auf besondere Risiken kann eingegangen werden. 

Das Fundament einer privaten Unfallversicherung liegt in einer Invaliditätsleistung, die nach einem Unfall an die versicherte Person ausgezahlt wird. Hierbei wird eine Gliedertaxe zugrunde gelegt, welche die Höhe der Invalidität festlegt. Wichtig zu wissen ist, dass die Gliedertaxen bei Versicherern nicht einheitlich geregelt sind. So kann eine Bewegungseinschränkung eines Beines 80 % oder auch nur 30 % Invalidität verursachen. Andere Anbieter versichern beispielsweise auch die Stimme mit oder den Geschmackssinn. Es ist also wichtig, vor einem Abschluss auch eine Gliedertaxe im Blick zu haben und auf hohe prozentuale Leistungen zu achten mit umfassenden Leistungskriterien.

Das macht eine gute Unfallversicherung aus

Eine private Unfallversicherung soll Personen das Leben nach einem Unfall erleichtern, indem finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um bestmöglich den Alltag bewältigen zu können. Hierbei ist eine Invaliditätszahlung für Investitionen wie ein behindertengerechtes Auto, Treppenlift und andere größere Anschaffungen notwendig. Aber auch monatliche Zahlungen können in einer Unfallversicherung vereinbart werden, damit laufende Fixkosten bezahlt werden können. 

Die wichtigsten Leistungen in einer Unfallversicherung

Die bedeutendsten Leistungen, die in einer privaten Unfallversicherung für alle Altersgruppen angeboten werden, sind die folgenden:

  • Invaliditätsleistung:
    Geldleistung sollte ab einem Invaliditätsgrad von 1 % erfolgen.
  • Progression:
    Eine Progression bedeutet, dass mit steigender Invalidität ein Vielfaches der vereinbarten Invaliditätsleistung ausbezahlt wird. Was dabei oft nicht richtig gemacht wird, ist, dass eine niedrige Invaliditätsleistung vereinbart wird mit einer hohen Progression. Das häufige Argument hierfür ist, dass es bei hoher Invalidität bspw. das 1000 %-fache der Grundsumme gibt und durch diese Vertragskonstruktion eine Unfallversicherung auch weniger Beitrag kostet. Was viele nicht wissen, ist, dass erst bei einem hohen Invaliditätsgrad eine Progression richtig greift und eine Leistung erhöht.
    Achte darauf, dass eine Grundinvaliditätsleistung in ausreichender Höhe versichert wird, um auch bei niedriger Invalidität genügend finanzielle Mittel zu erhalten.
    Rechenbeispiel:
    Invaliditätsleistung 25.000 € mit 1000 % Progression:
    Person kann bei einer 40%igen Invalidität nur 10.000 € bekommen. Erst bei höherer Invalidität greift die Progression und es würden bei voller Invalidität 250.000 € ausbezahlt werden.
    Invaliditätsleistung 100.000 € mit 350 % Progression:
    Person kann bei einer 40%igen Invalidität 40.000 € erhalten. Bei einer vollen Invalidität erhält der Versicherte hingegen 350.000 €.
    Fazit: Eine geringe Invaliditätsleistung und eine hohe Progression schützen oft den Versicherer, da dieser erst bei hoher Invalidität hohe Summen auszahlen muss. Behalte also unbedingt im Hinterkopf, dass schon bei einer niedrigen Invalidität genügend finanzielle Unterstützung gebraucht wird.
  • Gliedertaxe:
    Die Gliedertaxen können sich von Versicherer unterscheiden und sind nicht einheitlich. Achte bei einem Anbieter unbedingt darauf, dass die Gliedertaxe nach einem Unfall Dich höher einstuft. So kann bspw. eine Bewegungseinschränkung der Hand bei einem Versicherer eine 70%ige Invalidität bedeuten und bei einem anderen Versicherer nur 35 %. Da eine Gliedertaxe unmittelbaren Einfluss auf die Entschädigungszahlung hat, sollte hierbei auf eine hohe Gliedertaxe geachtet werden.
  • Unfallrente:
    Die vereinbarte Rente sollte ab einer Invalidität von 50 % ausbezahlt werden. Des Weiteren kann vereinbart werden, dass sich die Unfallrente ab bspw. 70 % Invalidität verdoppelt.
  • Todesfallleistung:
    Zahlt eine vereinbarte Todesfallleistung; der Richtwert sollte nicht weniger als 10.000 € sein.
  • Übergangsgeld:
    Bis zur Feststellung eines Invaliditätsgrades müssen Fristen beachtet werden. Bis dahin kann ein Übergangsgeld vereinbart werden.
  • Krankenhaustagegeld:
    Hiermit kann unter anderem die Krankenhauspauschale bezahlt werden und mehr.
  • Krankentagegeld:
    Fallen Angestellte länger als 6 Wochen aus, kommt es zu Verdienstausfällen, die kompensiert werden müssen.
  • Assistance-Leistungen:
    Vergütungen für Alltagshilfe, wie z. B. Erledigungen von Einkäufen, putzen, waschen, kochen und weitere.

Erweiterung des Unfallbegriffs in einer privaten Unfallversicherung

Grundsätzlich muss für einen Leistungsanspruch immer ein Unfall und keine Krankheit vorliegen. Da es viele interessante Leistungserweiterungen in Unfalltarifen gibt, erhältst Du nun die sinnvollsten hierzu. Oft sind diese Erweiterungen schon bedingungsgemäß in guten Unfallversicherungstarifen enthalten. Hierzu zählen: 

  • Eigenbewegungen und erhöhte Kraftanstrengung
  • Bauch- und Unterleibsbrüche
  • Bestimmte Infektionen und Impfschäden 
  • FSME und Lyme-Borreliose durch Zeckenstich
  • Vergiftungen, Nahrungsmittelvergiftungen und Verätzungen
  • Einmalzahlungen bei Knochenbrüchen und Bänderrissen
  • Mitversicherung von einer unfallbedingten Beeinträchtigung von bestimmten Körperteilen und Organen. Diese sollten auch in einer Gliedertaxe mitberücksichtigt werden, wie z. B. Geruchssinn, Geschmackssinn, Stimme, Leber oder Milz. 
  • Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder Zuckerschock
  • Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch ungewollte Einnahme von K.o.-Tropfen, Herz-Kreislauf-Störungen, Ohnmachtsanfälle, Schlaftrunkenheit
  • Unfälle durch alkoholbedingte Bewusstseinsstörungen (bspw. bis unter 1,1 Promille beim Führen von Kfz und unter 2,0 Promille bei sonstigen Unfällen)
  • Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch Epilepsie oder Medikamenteneinnahme
  • Tauchspezifische Krankheiten (z. B. Caissonkrankheit)

Altersgerechte Tarifmerkmale in einer privaten Unfallversicherung

Sobald Personen älter werden, entstehen oft neue Risiken. Hierauf gehen Unfalltarife ein und es können folgende Leistungsmerkmale versichert werden. Einige hiervon sind die Mitversicherung von:  

  • Kurzzeitpflegehilfe
  • Pflegegeld
  • Oberschenkelhalsbruch

 

Kindergerechte Versicherungsleistungen in einer privaten Unfallversicherung

Eltern, die für ihre Kinder mit einer Kinderunfallversicherung vorsorgen, sollten bei ihrem Anbieter auf die folgenden Parameter achten. 
Die wichtigsten hierzu sind:  

  • Chefarztbehandlung:
    Bei einem unfallbedingten Krankenhausaufenthalt. 
  • Rooming-in:
    Eltern oder eine nahestehende Person des Kindes erhalten die Kosten für das Übernachten im Krankenhaus erstattet. 
  • Schulausfallgeld:
    Falls das Kind unfallbedingt nicht am Unterricht teilnehmen kann, wird eine Pauschale für einen Privatlehrer bezahlt.
  • Vergiftungen und Verätzungen:
    So können bspw. Nahrungsmittelvergiftungen oder Verätzungen der Speiseröhre und mehr versichert werden.

Die häufigsten Fragen zur privaten Unfallversicherung

Lies mehr über die wichtigsten Fragen zur Absicherung

Lohnt sich für mich eine private Unfallversicherung?

Eine private Unfallversicherung ist generell für alle Personen sinnvoll, denen die gesetzlichen Leistungen zu gering sind. Frage Dich hierzu am besten selbst, welches finanzielle Risiko zu bewältigen ist, falls Du einen Unfall erleidest.
Für den Fall, dass die folgenden Parameter nicht aus anderen Mitteln bezahlt werden können, dann kann eine Unfallversicherung durchaus für Dich in Frage kommen:

  • Wie hoch sind die monatlichen Kosten, die Du stemmen musst?
    Wie z. B. Miete und andere laufenden Kosten. Denke auch an wichtige Dinge wie Urlaub oder wie Deine Altersvorsorge weiterhin bezahlt wird.
  • Wie viel Geld wird für Umbaumaßnahmen zu Hause notwendig?
    Schnell wird ein Treppenlift oder ein behindertengerechtes Bad gebraucht.
  • In welchem Umfang müssen Assistance-Leistungen bezahlt werden?
    Mahlzeitenservice, Besorgungen und Einkäufe oder die Grundpflege sind kostenintensiv.

Für diesen Personenkreis macht eine Unfallversicherung besonders Sinn:

  • Selbstständige, Hausfrauen/Hausmänner, Rentner/Pensionäre:
    Dieser Personenkreis hat grundsätzlich keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.
  • Personen, die viel Sport treiben oder mit risikoreicheren Hobbys und Tätigkeiten:
    Rund drei Viertel aller Unfälle passieren in der Freizeit. Personen, die einem höheren Risiko ausgesetzt sind, können diese Risiken je nach Versicherungsanbieter einschließen. Hierzu zählen bspw. Wintersport, Laufen, Kampfsport, Flugsport, Vielfahrer und viele andere.
  • Kinder und jüngere Personen:
    Besonders junge Personen halten sich mehrheitlich in der Freizeit draußen auf und haben abseits von Kindergarten, Schule oder Universität keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz. Außerdem sind sie sehr agil und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unfall passiert, der ohnehin nicht in den gesetzlichen Schutz fällt, ist besonders hoch. 

 

Wann leistet eine Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung leistet immer dann, sobald die vertraglich festgelegte Unfalldefinition erfüllt ist und es zu einer längerfristigen Beeinträchtigung kommt. Eine Invaliditätsleistung wird meist innerhalb von drei Monaten ausbezahlt, bei einer voraussichtlichen Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit von 3 Jahren. 

Weitere vereinbarte Versicherungsleistungen können eher ausbezahlt werden. Hierzu zählt das: 

  • Krankenhaustagegeld
  • Krankengeld
  • Übergangsleistung 
  • Unfallrente 
  • Todesfallleistung 
Wie hoch sollen die Leistungen einer privaten Unfallversicherung sein?

Zu den wichtigsten Leistungen einer Unfallversicherung gehören die Invaliditätsleistung und die Unfallrente. 

Invaliditätsleistung:
Eine Faustformel richtet sich bei Berufstätigen nach dem Einkommen. So ist das Fünffache des Bruttojahreseinkommen als guter Richtwert, bei voller Invalidität, anzusehen. Generell sollte eine Invaliditätsleistung, ohne den Einschluss einer Unfallrente, nicht weniger als 100.000 € betragen.

Unfallrente:
Die Höhe der Unfallrente ist sehr individuell. Um monatliche Fixkosten und auch wichtige Dinge wie Urlaub oder die Altersvorsorge zu finanzieren, muss immer der persönliche Umstand betrachtet werden. Gibt es eventuell schon andere passive Einkunftsarten oder Versicherungen, die Dich nach einem Unfall finanziell unterstützen, wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Krankengeldversicherung? Falls nicht, sollten mindestens 1.800 € abgesichert sein, um den Lebensalltag bewältigen zu können. 

Ist eine Unfallversicherung eine alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein, denn eine Unfallabsicherung leistet nicht bei Erkrankungen, wie dies eine Berufsunfähigkeitsversicherung tut. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird eine vereinbarte BU-Rente bezahlt, sobald die zuletzt ausgeführte Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Dies kann durch Krankheit oder Unfall passiert sein. Daneben wird bei einer Unfallversicherung eine Gliedertaxe für die Höhe der Invaliditätszahlung zugrunde gelegt. Je höher der Invaliditätsgrad, desto höher die Invaliditätsleistung. 

Unterschied Unfallrente und Berufsunfähigkeitsrente:

  • Unfallrente:
    Eine Unfallrente wird oft ab einer 50%igen Invalidität monatlich ausbezahlt, solange die Invalidität bestehen bleibt. Ursache hierfür muss ein Unfall sein. 
  • Berufsunfähigkeitsrente:
    Ein Leistungsanspruch entsteht, sobald die zuletzt ausgeführte Tätigkeit zu mindestens 50 % nicht mehr ausgeübt werden kann. Ursache kann eine Erkrankung oder ein Unfall sein. 

Unfallrente günstige Alternative für Personen mit Vorerkrankungen?

Aus den oben genannten Gründen kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung niemals eine Unfallversicherung ersetzen. Jedoch kommt es vor, dass Personen mit bestimmten Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr erhalten können. 
Diese Personen können eventuell noch eine private Unfallversicherung abschließen. Der Grund ist, dass bei einer Unfallversicherung nicht ganz so viele Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen wie bei einem BU-Antrag. Lass bei Interesse Deinen bestehenden Vertrag von einem Fachmann prüfen, damit Deine eingezahlten Beiträge gut investiert sind.

Leistet eine private Unfallversicherung weltweit?

Ja, es besteht rund um die Uhr weltweit Versicherungsschutz.
Hingegen leistet die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Berufsunfällen, Wegeunfällen oder speziellen Berufskrankheiten. 

Kann ich mir eine private Unfallversicherung leisten?

Die Kosten für eine Unfallabsicherung sind sehr individuell und es kommt ganz auf die Versicherungsleistungen an. Mithilfe unseres Artikels kennst Du nun viele wichtige Parameter und an welchen Ecken am ehesten gespart werden kann. Nutze gern unseren Vergleichsrechner, um einen konkreten Beitrag zu ermitteln, oder wir sind Dir in einer persönlichen Beratung behilflich. 

Ist eine private Unfallversicherung mit Beitragsrückgewährt sinnvoll?

Viele Personen lieben eine Beitragsrückgewähr. Das gibt das sichere Gefühl, etwas zurückzubekommen. Doch wer sich die Beitragsrückgewähr genau durchrechnet, merkt schnell, dass oft nur der Versicherer gewinnt und keinerlei Rendite für den Versicherten übrig bleibt.

Unsere Empfehlung ist, nur den reinen Risikobeitrag für eine Unfallversicherung zu bezahlen. Das ist für Versicherte günstiger. Falls Du später einmal Geld zurückerhalten willst, gibt es andere Tarife, die für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau mehr Sinn machen.

Müssen bei einer privaten Unfallversicherung Gesundheitsfragen beantwortet werden?

Ja, in der Regel beziehen sich die Gesundheitsfragen auf schwere Erkrankungen oder Gebrechen innerhalb der letzten 5 Jahre.
Beantworte diese Fragen im eigenen Interesse immer wahrheitsgetreu, um keine vorvertragliche Anzeigepflichtsverletzung zu begehen. Denn ansonsten gefährdest Du den Versicherungsschutz und im schlimmsten Fall kann die Versicherung im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten. 

Wie lange läuft eine private Unfallversicherung?

Versicherungsverträge können zumeist nach einem bzw. drei Jahren gekündigt werden. Manche Versicherungen gestatten auch ein monatliches oder tägliches Kündigungsrecht. Je nachdem wie flexibel Du sein möchtest, ist es wichtig, hierauf zu achten.

Wenn ein Vertrag nicht gekündigt wird, verlängert sich dieser stillschweigend immer um ein Jahr. Im Falle einer gewünschten Kündigung muss die Kündigungsfrist beachtet werden. Diese beträgt oft drei Monate zum Vertragsablauf.

Tipp und Hinweis:
Falls Du eine laufende Unfallversicherung während einer aktiven Vertragslaufzeit aktualisieren möchtest, auf bspw. einen neueren Tarif oder die Versicherungsleistungen reduziert bzw. erweitert werden soll, dann geht das unabhängig von einer Vertragslaufzeit. Achte somit nicht unbedingt auf kurze Vertragslaufzeiten, sondern auch auf einen Anbieter mit einer starken Finanzkraft, der für stabile Prämien sorgt. Denn bei einer Beitragserhöhung hat man ohnehin immer ein Sonderkündigungsrecht.

Wie kann ich am besten meine bestehende Unfallversicherung wechseln?

Das geht ganz einfach über unseren Vergleichsrechner oder wir übernehmen das für Dich.
Das Einzige, was Du der neuen Versicherung angeben musst, ist der Vertragsablauf Deiner aktuellen Versicherung. Das Datum findest Du in der Regel auf den ersten beiden Seiten Deiner aktuellen Police.
Somit entstehen keine Versicherungslücken und der neue Vertrag beginnt exakt dann, wenn der bisherige Vertrag abläuft. Auch bieten wir einen Kündigungsservice an.
Es ist also ein Leichtes, sich für einen besseren Unfalltarif zu entscheiden.