Pflegezusatzversicherung

Das große Thema Pflege kann jeden, ob Jung oder Alt, aus den verschiedensten Gründen treffen. Darum sollte sich jeder mit der Investition in eine Pflegezusatzversicherung befassen. Ganz egal, ob Personen in einer privaten Krankenversicherung, im Grenzgängermodell (KVG-Lösung) oder in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind. Denn die gesetzlichen Leistungen reichen im Pflegefall bei Weitem nicht aus! Die Regel ist, dass nur mit einer leistungsstarken Pflegezusatzversicherung die immensen Kosten, die bei Pflegebedürftigkeit entstehen, abgefedert werden und das eigene Vermögen sowie das der Familienmitglieder geschützt wird. 

Das spricht für eine Pflegezusatzversicherung

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, was auf der einen Seite ein Grund zur Freude ist, erweist sich jedoch auf der anderen Seite durch das demografische Ungleichgewicht als Krux für die Altersvorsorge.

Es glückt der Medizin durch diversen Fortschritt, uns mit einem immer längeren Leben zu segnen, welches den Kostenapparat für lebenserhaltende Maßnahmen jedoch kontinuierlich steigen lässt. Statistiken zeigen, dass das Erreichen hoher Lebenserwartung auch mit erhöhter Pflegebedürftigkeit einhergeht. Folglich ist seit 1999 Jahr für Jahr die Zahl derer, die auf Pflege angewiesen sind, gestiegen.

Im Jahre 2021 stieg die Zahl auf 4,13 Millionen Bundesbürger an. Eine mögliche Ursache könnte sicherlich auch im Pflegestärkungsgesetz 2 liegen, das im Jahre 2017 mit der neuen Definierung der 5 Pflegegrade einherging und hierdurch die altbekannten Pflegestufen abgelöst hat. 

Hast Du das gewusst? Kinder haften für ihre Eltern und der Ehegatte für seinen Ehepartner.
Außerhalb der gesetzlich festgelegten Freigrenzen ist das eigene Vermögen schnell für die Pflege aufgezehrt und der Ehepartner oder auch die unterhaltspflichtigen Kinder werden zur Beitragszahlung Deiner Pflegekosten herangezogen! Du kannst Dich nicht vor der Pflege generell schützen, wohl aber vor den immensen Kosten, die auf Dich zukommen.

Mit einer Pflegezusatzversicherung auf Nummer sicher gehen.
Kläre mit uns Deinen Vorsorgebedarf und spare dabei noch Geld.

Raphael Grässlin

Kaufmann für Versicherungen & Finanzen (IHK)

Gesetzliche Pflegeleistungen sind zu niedrig

Die hohen Kosten, die bei einer Pflegebedürftigkeit auf Betroffene zukommen, sind enorm. Die Ursache liegt nicht zuletzt bei den gesetzlichen Leistungen begraben. Diese sind zu gering, um die entstehenden Kosten zu finanzieren. Die nachfolgende Tabelle zeigt Dir auf, wie hoch die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegekasse sind.

Gesetzliche Leistungen ab 2017, je Pflegegrad, monatlich. Stand: 2021.
Pflegegrad (PG) PG 1 PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Geldleistung ambulant 316€ 545€ 728€ 901€
Sachleistung ambulant 689€ 1.298€ 1.612€ 1.995€
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) 125€ 125€ 125€ 125€ 125€
Leistungsbetrag stationär 125€ 770€ 1.262€ 1.775€ 2.005€
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit.

Gesamtkosten sind ohne Pflegezusatzversicherung kaum zu bewältigen

Die durchschnittlichen Kosten je Pflegegrad verdeutlichen die eklatante Lücke zwischen den gesetzlichen Leistungsbezügen und den tatsächlichen Pflegekosten.

Monatliche Kosten je Pflegegrad Ambulante Pflege¹ Stationäre Pflege gesamt¹ ²
Pflegegrad 1 ✗³ ✗³
Pflegegrad 2 1.350€⁴ 2.220€⁴
Pflegegrad 3 2.300€⁴ 2.712€⁴
Pflegegrad 4 3.050€⁴ 3.225€⁴
Pflegegrad 5 3.600€⁴ 3.455€⁴
Quellen: BKK, Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2013, Ländervergleich Pflegeheime 04/2016, www.pflegedatenbank.com 04/2014
¹ Mittelwerte – Kosten variieren je nach Bundesland.
² Gesamtheimentgelt.
³ Statistische Werte noch nicht vorhanden.
⁴ Zusätzlich kann man monatlich rund 500€ für den täglichen Bedarf einrechnen.

Worauf Du beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung achten solltest

Viele Menschen haben in der Vergangenheit vorschnell eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. In vielerlei Hinsicht wurde bei der Auswahl der Tarife auch oder nur auf den Preis geschaut. Doch möglichst günstig das Thema Pflegeabsicherung abzuhaken, kann nicht die richtige Herangehensweise sein. Ferner ist es ratsam, sich im Voraus über die Höhe der Absicherung Gedanken zu machen und das Risiko abzuschätzen. Wir raten beim Thema Pflegeabsicherung dazu, nicht an den Leistungen zu sparen. Denn ein paar Euros im Monat weniger an Versicherungsbeiträgen und im Leistungsfall die Kosten erst bezahlen zu müssen, ist kein guter Deal. Folgend zeigen wir Dir die wichtigsten Leistungsmerkmale, die jede Pflegezusatzversicherung abdecken sollte: 

  • Leistung ab Pflegegrad 1 oder 2:
    Viele Tarife leisten in den niedrigeren Pflegestufen gar nichts oder es muss ein Unfall für die entstandene Pflegebedürftigkeit vorliegen. 
  • Volle Leistung schon ab Pflegegrad 2 bei stationärer Pflege:
    Ambulante oder stationäre Pflege. Volle Leistung und keine anteilige Auszahlung ab Pflegegrad 2 und stationärer Pflege. 
  • Keine Wartezeiten:
    Zum Tag des Vertragsbeginns trägt die Versicherung die volle Haftung über die vereinbarte Pflegerente. 
  • Weltweite Deckung: 
    Das versicherte Pflegetagegeld wird weltweit ausbezahlt und ist bspw. nicht nur auf Deutschland beschränkt. 
  • Volle Leistung bei Pflege durch Familienmitglieder oder Freunde:
    Einige Tarife leisten nicht oder nur bedingt bei „Laienpflege“.
  • Einmalzahlung, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken:
    Eine mögliche Pflegebedürftigkeit ist ein großer Einschnitt in das Leben und oft ist gerade anfangs viel Kapital nötig, bspw. für Umbaumaßnahmen.
  • Beitragsbefreiung im Pflegefall:
    Sobald die Pflegezusatzversicherung leistet, muss der Kunde, ab bspw. Pflegegrad 2, keine Beiträge mehr bezahlen.
  • Nachversicherungsoptionen:
    Diese vertraglich festgelegte Option gibt Dir das Recht, zu bestimmten Zeitpunkten eine Pflegezusatzversicherung aufzustocken. Das Gute daran ist, dass zu diesen Optionen die Versicherung keine Gesundheitsprüfung vornehmen darf und der Versicherte immer sichergehen kann, seinen Pflegevertrag zu erhöhen. 

Weitere Tarifbezogene Serviceleistungen

Es gibt noch weitere nennenswerte Serviceleistungen, die schon in vielen Pflegezusatztarifen angeboten werden. Zwei davon, die unserer Meinung nach unbedingt mitversichert sein sollten, sind: 

  • Pflegeplatzvermittlung:
    Professionelle Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Pflegeplatz wird über die Versicherung zugesichert.
  • Wohnraumberatung:
    Im Leistungsfall erhalten Versicherte einen Wohnraumberater, damit schnell auf die neue Lebenssituation reagiert wird.

Diesen Zeitraum kommst Du ohne Pflegezusatzversicherung aus

Das große Thema Pflege kann Jung und Alt treffen. Sobald bei einer Person ein Pflegegrad ausgewiesen ist, bedeutet das nicht zwangsweise, dass der Betroffene ein Leben lang auf Pflegehilfe angewiesen ist. Durch die genannte steigende Lebenserwartung ist es aber sehr wahrscheinlich, dass die Lebenszeit auch und gerade mithilfe der Pflege im Alter noch einige Jahre dauern kann.

Die Pflegequote liegt dabei bei Personen zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr bei rund 4 % und steigt kontinuierlich an, sodass im Alter zwischen dem 80.und 85. Lebensjahr schon jeder Zweite auf Pflege angewiesen ist. Wie Statista im Jahr 2021 weiter ausweist, sind dabei nur rund 9 Millionen Deutsche mit einer privaten Pflegezusatzversicherung abgesichert. Somit ist vielen das Pflegerisiko eventuell bewusst, jedoch eher weniger die oft untragbaren Kosten im Pflegefall.

Demzufolge sind nur wenige Jahre Pflegebedürftigkeit nötig, um Ersparnisse anzugreifen oder was häufig die Regel ist, ebenfalls die Familienmitglieder mit in eine gesetzliche Haftung zu nehmen. Hierdurch kommen nach nur 5 Jahren immense Kosten auf einen zu, die abzüglich der gesetzlichen Grundleistungen zu tragen sind.

Die Pflegequote liegt dabei bei Personen zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr bei rund 4% und steigt kontinuierlich an, sodass im Alter zwischen dem 80. – 85. Lebensjahr schon jeder zweite auf Pflege angewiesen ist. Wie Statista im Jahr 2021 weiter ausweist, sind dabei nur rund 9 Millionen Deutsche mit einer privaten Pflegezusatzversicherung abgesichert. Somit ist vielen das Pflegerisiko eventuell bewusst, jedoch eher weniger die oft untragbaren Kosten im Pflegefall.

Demzufolge sind nur wenige Jahre Pflegebedürftigkeit nötig um Ersparnisse anzugreifen oder was häufig die Regel ist, ebenfalls die Familienmitglieder mit in eine gesetzliche Haftung zu nehmen. Hierdurch kommen nach nur 5 Jahren immense Kosten auf einen zu, die abzüglich der gesetzlichen Grundleistungen zu tragen sind.

 

Vermögensrisiko bei ambulanter Pflege. Pflegegrad 4. Beispielrechnung mit genäherten Werten.
Monatliche Pflegekosten 3.050€
– gesetzliche Leistungen – 1.612€
= Monatliche Lücke = 1.438 €
Jährliche Lücke = 17.256€
Vermögensrisiko durch Pflege nach nur 5 Jahren = 86.280€
Vermögensrisiko bei stationärer Pflege. Pflegegrad 5. Beispielrechnung mit genäherten Werten.
Monatliche Pflegekosten 3.955€
– gesetzliche Leistungen – 2.005 €
= Monatliche Lücke = 1.950€
Jährliche Lücke = 23.400€
Vermögensrisiko durch Pflege nach nur 5 Jahren = 117.000 €

 

Diese Kosten entstehen ohne Pflegezusatzversicherung nach nur 5 Jahren

Bezugnehmend auf die oben aufgeführte Beispielrechnung verdeutlichen wir noch einmal den Kostenapparat im Pflegefall. Diese Pflegekosten mit dem persönlichen Vermögensrisiko entstehen innerhalb von lediglich fünf Jahren.

Ambulante Pflege:
Durch einen ambulanten Pflegedienst entsteht bei Pflegegrad 4 in etwa eine Pflegelücke von über 17.000 Euro im Jahr.
Das sind 86.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. 
Stationäre Pflege:
In einem Pflegeheim entsteht bei einem Pflegegrad 5 eine Pflegelücke von 23.400 Euro im Jahr.
In einen Zeitraum von 5 Jahren sind das 117.000 Euro.

Hast Du das gewusst? Selbst das Gesundheitsministerium empfiehlt die zusätzliche private Vorsorge, da die gesetzliche
Pflegeversicherung nur eine Grundversorgung ist.

Raphael Grässlin

Kaufmann für Versicherungen & Finanzen (IHK)

Kosten einer Pflegezusatzversicherung sind gering

Sobald die Kosten einer Pflegezusatzversicherung gegenüber den nötigen Investitionen im Pflegefall gestellt werden, fällt auf, dass kein Weg an einer Pflegezusatzversicherung vorbeiführt. Dabei sind die Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung günstiger, je jünger man sich dafür entscheidet. Versicherte können also ein Leben lang hohe Beitragssummen einsparen, wenn sie sich eher für den Abschluss einer Pflegeabsicherung entscheiden. 

 

Günstigere Beiträge sichern. Je eher Versicherte sich für eine Pflegezusatzversicherung entscheiden.
Pflegezusatzversicherung
mit einer Leistung von 1.500€
pro Monat, bei Pflegegrad 5,
kostet Dich…
…wenn Du als 18-jähriger mit der Vorsorge beginnst. …wenn Du als 30-jähriger mit der Vorsorge beginnst. …wenn Du mit 50 Jahren mit der Vorsorge beginnst. …wenn Du mit 60 Jahren mit der Vorsorge beginnst.
monatlich: 7,50€¹ 31,00€¹ 81,50€¹ 139,50€¹
bis zur Vollendung Ihres 85. Lebensjahres: 6.030€ 20.460€ 34.230€ 40.650€
Dies entspricht gerade einmal den Kosten
eines Aufenthalts im Pflegeheim über:
Rund 2 Monate Rund 5 Monate Rund 8 Monate Rund 10 Monate
¹ Berechnungsbeispiel einer Versicherung. Beiträge können sich je nach Versicherung unterscheiden.

ZDF empfiehlt Absicherung mit einer Pflegezusatzversicherung

Auch der öffentlich-rechtliche Sender ZDF hat sich schon vor einigen Jahren für die Vorsorge mit einer privaten Pflegezusatzversicherung ausgesprochen.

Die häufigsten Fragen zur Pflegezusatzversicherung

Lies mehr über die wichtigsten Fragen zur Absicherung

Wer stuft Personen in einen Pflegegrad ein?

Personen, die erstmals einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen und wobei auch eine Einstufung in einen Pflegegrad erfolgen muss, wenden sich an den medizinischen Dienst ihrer Krankenversicherung.

Solltest Du gesetzlich krankenversichert sein und zusätzlich eine private Pflegezusatzversicherung haben, dann denke daran, fristgerecht auch Deine private Versicherung davon in Kenntnis zu setzen. So kannst Du schnellstmöglich mit den versicherten Leistungen rechnen.

Was sind Wartezeiten?

Die Wartezeiten geben den Zeitraum an, in denen der Versicherer noch nicht für aufkommende Leistungen bezahlen muss. Bei Pflegezusatzversicherungen kann der materielle Versicherungsbeginn bis zu 8 Monate betragen. Wenn Du bspw. einen Tarif am 01.01. abschließt, dann sollte ein Pflegefall erst nach dem 01.08. des Jahres eintreten, um auch eine Versicherungsleistung zu erhalten. 

Wartezeitenverzicht: Heutzutage verzichten viele Versicherer bei einem Neuabschluss auf die Wartezeiten.

Wann sollte man eine Pflegezusatzversicherung abschließen?

Um von günstigen Prämien langfristig zu profitieren, ist der Zeitpunkt theoretisch dann richtig, wenn Du über eine private Pflegezusatzversicherung und die Risiken informiert worden bist, denn die Kosten für die Pflegevorsorge sind in der Relation zu den tatsächlich anfallenden Pflegekosten eine Kleinigkeit.

Wie hoch muss ich das Pflegetagegeld versichern?

Um den aktuellen Lebensstandard im Pflegefall halten zu können, sollte mindestens die Lücke zwischen der gesetzlichen Leistung zu den tatsächlichen Kosten versichert werden.

Personen, die passive Einkünfte haben, aus bspw. Vermietung, Dividenden etc., können dies bei der Berechnung der persönlichen Versorgungslücke anrechnen.