Grenzgänger Deutschland–Schweiz
Welche Krankenversicherung kommt in Frage?
Wenn du in Deutschland wohnst und in der Schweiz arbeitest, musst du deine Krankenversicherung frühzeitig richtig einordnen. Als Grenzgänger giltst du sozialversicherungsrechtlich dann, wenn du in einem Staat wohnst, im anderen arbeitest und in der Regel täglich, mindestens aber einmal pro Woche an deinen Wohnort zurückkehrst.
Für die Krankenversicherung gilt dabei grundsätzlich das Erwerbsortsprinzip: Mit Beginn deiner Tätigkeit in der Schweiz entsteht zuerst eine Versicherungspflicht nach Schweizer Recht. Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland ist deshalb das Optionsrecht besonders wichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dich von der Schweizer Versicherungspflicht befreien lassen und stattdessen eine Absicherung in Deutschland wählen.
In der Praxis werden bei Grenzgängern Deutschland–Schweiz meist diese drei Wege miteinander verglichen:
- Freiwillige deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
- Deutsche private Krankenversicherung (PKV)
- Schweizer KVG-Grundversicherung für Grenzgänger (KVG-Grenzgängermodell)
Wichtig: Nicht jede dieser Lösungen ist automatisch für jeden Grenzgänger möglich. Ob eine freiwillige GKV oder eine PKV in Deutschland in Frage kommt, hängt unter anderem von deiner Vorversicherung und den deutschen Zugangsvoraussetzungen ab.
Welche Lösung zu dir passt, entscheidet sich nicht nur über Beitrag oder Prämie. Relevant sind vor allem Einkommen, Familienkonstellation, Gesundheitszustand, gewünschte Behandlungen in Deutschland und in der Schweiz sowie deine langfristige Planung bei Jobwechsel, Rückkehr nach Deutschland oder späterem Rentenbezug.
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Bitte beachte, dass unsere Beschreibungen der Leistungen vereinfachte Darstellungen sind. Änderungen in der Zukunft sind möglich. Für den genauen Versicherungsschutz sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen bei Vertragsabschluss sowie der Versicherungsschein maßgebend. Um sicher und informiert zu investieren, lies bitte unseren Haftungsausschluss in den Nutzungsbedingungen, bevor du fortfährst.
Optionsrecht für Grenzgänger Schweiz: Frist, Bindung und deutsche Besonderheiten
Das Optionsrecht ist die zentrale Weichenstellung in der Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz: Wer in Deutschland wohnt und in der Schweiz arbeitet, ist grundsätzlich ab Beginn der Erwerbstätigkeit in der Schweiz krankenversicherungspflichtig. Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland besteht im Regelfall ein Optionsrecht. Du kannst dich innerhalb von drei Monaten entscheiden, ob du in der Schweizer KVG-Grundversicherung versichert bleibst oder ein formelles Gesuch auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der Schweiz stellst, um im deutschen System versichert zu sein. Wichtig: Das Optionsrecht gibt dir nur das Recht auf Befreiung von der Schweizer Versicherungspflicht. Ob eine Versicherung im Wohnstaat tatsächlich möglich ist, richtet sich zusätzlich nach dem dortigen Recht.
Frist und formale Ausübung
Maßgeblich ist die Drei-Monats-Frist ab Entstehung der Versicherungspflicht, praktisch also meist ab Start des Arbeitsverhältnisses in der Schweiz. Wer in dieser Zeit weder korrekt in die KVG eintritt noch die Befreiung beantragt, kann einer Schweizer Krankenkasse von Amtes wegen zugewiesen werden. Bei nicht entschuldbarer Verspätung sind zudem ein Prämienzuschlag und Leistungslücken für bereits entstandene Behandlungskosten möglich. Wichtig für die Praxis: Eine bloß „stillschweigende“ Wahl reicht nicht aus. Wenn du in Deutschland versichert bleiben willst, brauchst du ein formelles Befreiungsgesuch bei der zuständigen Stelle des Arbeitskantons; je nach Kanton läuft das direkt über die Behörde oder über die Gemeinsame Einrichtung KVG. Wer nie formell befreit wurde, hat das Optionsrecht unter Umständen noch gar nicht rechtsgültig ausgeübt.
Bindungswirkung der Entscheidung
Die getroffene Wahl ist grundsätzlich unwiderruflich und gilt für die Dauer der ununterbrochenen Grenzgängertätigkeit in der Schweiz. Ein späterer Wechsel nur wegen höherer Prämien, veränderter wirtschaftlicher Verhältnisse oder weil eine andere Lösung attraktiver wirkt, ist normalerweise nicht vorgesehen.
Was kein neues Optionsrecht auslöst
- Wechsel des Arbeitgebers
- Wechsel des Erwerbskantons
- Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse
- Änderung der Krankenversicherungsprämien
Wann ein neues Optionsrecht wieder entstehen kann
Ein neues Optionsrecht kommt regelmäßig erst dann in Betracht, wenn die Grenzgängertätigkeit tatsächlich unterbrochen war und du zwischenzeitlich im Wohnstaat versicherungspflichtig warst, zum Beispiel während einer Phase der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Bei erneuter Arbeitsaufnahme in der Schweiz ist diese Unterbrechung in der Praxis nachzuweisen.
Besonderheit für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland
Für Deutschland gilt das getrennte Optionsrecht: Nichterwerbstätige Familienangehörige können das Optionsrecht getrennt vom Grenzgänger ausüben; innerhalb der Angehörigen gilt die Wahl aber einheitlich. Übt der Ehepartner oder ein Elternteil im Wohnstaat Deutschland eine Erwerbstätigkeit aus, sind Ehepartner beziehungsweise Kinder grundsätzlich dort zu versichern. Und wenn du selbst bereits in der Schweiz nach KVG versichert bist, kann für neu hinzukommende nichterwerbstätige Familienangehörige durch Heirat oder Geburt noch innerhalb von drei Monaten ab dem Ereignis ein Befreiungsgesuch gestellt werden. Das eröffnet aber nicht automatisch dein eigenes, bereits ausgeübtes Optionsrecht neu.
Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz: KVG, GKV oder PKV im Überblick
Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland und Erwerbstätigkeit in der Schweiz geht es in der Praxis meist um drei Modelle: die Schweizer KVG-Grundversicherung für Grenzgänger, eine Absicherung in der deutschen GKV – häufig über eine freiwillige Mitgliedschaft – oder, je nach persönlicher Ausgangslage, die PKV in Deutschland.
Wichtig ist die Reihenfolge: Grundsätzlich gilt zuerst das Erwerbsortsprinzip, also die Versicherungspflicht in der Schweiz. Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland besteht jedoch ein Optionsrecht. Dadurch kann eine Absicherung im Wohnland Deutschland möglich sein. Die Weichen solltest du früh stellen, denn die Entscheidung läuft grundsätzlich innerhalb von drei Monaten ab Beginn des Arbeitsverhältnisses bzw. der Versicherungspflicht.
Welche Faktoren bei der Wahl wirklich zählen
- Versicherungszugang und Frist: Nicht jede Lösung ist in jedem Fall offen oder sinnvoll. Entscheidend sind Optionsrecht, Status und die konkrete Ausgangslage in Deutschland.
- Leistungen in Deutschland und in der Schweiz: Relevant ist, wo du dich behandeln lassen willst. Bei einer Schweizer Absicherung mit Wohnsitz in Deutschland spielt später auch die S1-Bescheinigung (früher E106) eine wichtige Rolle.
- Kostenstruktur: Vergleiche nicht nur Prämie oder Beitrag. Bei KVG zählen auch Franchise, Selbstbehalt und der Spitalbeitrag zur tatsächlichen Belastung.
- Einkommen und Familie: Einkommen, Familienstand und Familienplanung verändern die Bewertung oft deutlich.
- Alter und Gesundheit: In der KVG-Grundversicherung gilt Annahmepflicht ohne Gesundheitsprüfung; bei Zusatzversicherungen gelten andere Regeln.
- Zukunftsplanung: Wohnortwechsel, Rückkehr nach Deutschland oder ein späterer Systemwechsel sollten von Anfang an mitgedacht werden.
Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz
GKV, KVG oder PKV im direkten Vergleich
Wenn du in Deutschland wohnst und in der Schweiz arbeitest, kommen meist drei Wege infrage: freiwillige GKV in Deutschland, das KVG-Grenzgängermodell oder die deutsche PKV. Dieser Vergleich zeigt dir die wichtigsten Unterschiede klar und praxisnah.
Freiwillige GKV Deutschland
Gesetzliche Krankenversicherung
- Der Beitrag ist einkommensabhängig und orientiert sich an der deutschen Beitragsbemessungsgrenze.
- Ehepartner und Kinder können in Deutschland beitragsfrei familienversichert sein, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
- Die Leistungen richten sich nach deutschem GKV-Recht und sind besonders für Familien oft ein zentrales Vergleichskriterium.
- Die tatsächliche Gesamtbelastung für Grenzgänger sollte immer im Einzelfall geprüft werden.
KVG-Grenzgängermodell Schweiz
Grenzgänger-Krankenversicherung
- Die KVG-Grundversicherung hat Annahmezwang: keine Gesundheitsprüfung und keine Ablehnung wegen Vorerkrankungen.
- Mit der S1-Bescheinigung (früher E106) meldest du dich in Deutschland für Sachleistungen an.
- Grundsätzlich sind Behandlungen in Deutschland und in der Schweiz möglich – je nach Leistungsart und Abwicklung.
- Es gibt keine kostenlose Familienversicherung; zusätzlich solltest du die fest vereinbarte Franchise, Selbstbehalt und ggf. Spitalbeitrag einplanen.
PKV Deutschland
Private Krankenversicherung
- Der Beitrag ist nicht einkommensabhängig, sondern richtet sich nach Alter, Gesundheit und gewünschtem Leistungsniveau.
- Normale PKV-Tarife arbeiten mit Risikoprüfung; ein gesetzlicher Annahmezwang gilt im Kern nur im Basistarif.
- Die Leistungen sind vertraglich definiert und können deutlich individueller ausgestaltet werden als in GKV oder KVG.
- Ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist nicht automatisch möglich und ab 55 oft deutlich schwieriger.
Hinweis: Die passende Lösung hängt immer vom Einzelfall ab – insbesondere von Einkommen, Familienkonstellation, Gesundheitszustand, Wohnort, gewünschtem Leistungsniveau und der langfristigen Planung.
Die freiwillige GKV kann vor allem für Familien attraktiv sein. Das KVG-Modell ist häufig die erste Prüfoption für Grenzgänger. Die PKV kann sinnvoll sein, wenn du bewusst auf individuelle Tarifleistungen setzt und die langfristigen Folgen sauber einordnest.
Deutsche gesetzliche Krankenversicherung für Grenzgänger Schweiz
Voraussetzungen, Kosten und Grenzen
Innerhalb der Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz kann die freiwillige deutsche GKV eine Alternative zum KVG-Grenzgängermodell sein. Sie steht dir aber nicht automatisch offen: Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland und Erwerbstätigkeit in der Schweiz besteht zwar ein Optionsrecht, die Befreiung von der Schweizer Versicherungspflicht muss jedoch aktiv und grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Erwerbstätigkeit bei der zuständigen kantonalen Stelle beantragt werden. Gleichzeitig muss ein tatsächlicher deutscher Krankenversicherungsschutz bestehen; ob ein Zugang zur freiwilligen GKV möglich ist, ist immer im Einzelfall zu prüfen.
Der größte Pluspunkt der freiwilligen GKV für Grenzgänger ist die mögliche beitragsfreie Familienversicherung in Deutschland. Sie greift aber nur, wenn die Voraussetzungen nach deutschem Recht erfüllt sind, also insbesondere bei Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland und ohne anderweitige vorrangige Absicherung der Angehörigen. Genau deshalb ist die GKV vor allem für passende Familienkonstellationen interessant – nicht pauschal für jeden Grenzgänger.
Für die Gesamtentscheidung solltest du diese Variante immer mit dem KVG-Grenzgängermodell und der privaten Krankenversicherung vergleichen. Ergänzende Grundlagen zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland findest du dort ebenfalls.
Für wen ist die freiwillige GKV als Grenzgänger oft interessant?
- für Familien, wenn Ehepartner oder Kinder die Voraussetzungen der deutschen Familienversicherung erfüllen
- bei eher niedrigerem oder schwankendem Einkommen, weil die Beiträge einkommensabhängig berechnet werden
- wenn dein Schwerpunkt klar auf der Versorgung in Deutschland liegt
- wenn ein Zugang zur freiwilligen GKV tatsächlich besteht und sauber fristgerecht organisiert wird
Ob die freiwillige GKV passt, hängt damit vor allem von Familienstatus, Einkommen, Zugang zur freiwilligen Mitgliedschaft und deinem Behandlungsfokus in Deutschland oder der Schweiz ab.
Vorteile der freiwilligen GKV für Grenzgänger Schweiz
Der stärkste praktische Vorteil ist damit meist die Familienversicherung. Gerade bei Familien kann das die freiwillige GKV trotz teils hoher Eigenbelastung insgesamt interessant machen.
Beiträge und Kosten der freiwilligen GKV 2026
2026 beträgt der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 %. Hinzu kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag; der amtlich bekannt gegebene durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2026 liegt bei 2,9 %. Für freiwillige Mitglieder werden die beitragspflichtigen Einnahmen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € monatlich beziehungsweise 69.750 € jährlich berücksichtigt. Zusätzlich kommt die deutsche Pflegeversicherung hinzu; ihr Beitragssatz liegt 2026 bei 3,6 %, für Kinderlose bei 4,2 %.
Wichtig für Grenzgänger: Einen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in der Schweiz grundsätzlich nicht. Deshalb solltest du die Eigenbelastung der freiwilligen GKV immer mit echten aktuellen Beitragswerten durchrechnen. Bei höherem Einkommen kann diese Variante spürbar teuer werden.
Leistungsanspruch in Deutschland und in der Schweiz
In Deutschland erhältst du die normalen Leistungen deiner gesetzlichen Krankenkasse. Für Aufenthalte in der Schweiz besteht bei deutscher GKV grundsätzlich Schutz für medizinisch notwendige Leistungen während des Aufenthalts. Geplante Behandlungen in der Schweiz sind darüber aber nicht automatisch im gleichen Umfang abgesichert wie im KVG-Grenzgängermodell. Wenn dir ein regelmäßiger, planbarer Zugang zum Schweizer Gesundheitssystem wichtig ist, ist die freiwillige GKV deshalb oft die schwächere Lösung.
Wann ist die freiwillige GKV eher weniger attraktiv?
- bei höherem Einkommen, weil Beitrag, Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung bis zur Beitragsbemessungsgrenze anfallen
- wenn du regelmäßig in der Schweiz zum Arzt oder ins Spital möchtest
- wenn die Voraussetzungen der deutschen Familienversicherung nicht erfüllt sind
Dann lohnt sich ein sauberer Vergleich mit dem KVG-Grenzgängermodell und – je nach Gesundheitszustand, gewünschtem Leistungsniveau und langfristiger Planung – mit der PKV in Deutschland.
Private Krankenversicherung für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland: Vorteile, Risiken und wichtige Fristen
Wann ist die PKV für Grenzgänger in der Schweiz überhaupt eine Option?
Bei der Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz ist die deutsche private Krankenversicherung (PKV) keine automatische Standardlösung. Für Personen mit Wohnsitz in Deutschland und Erwerbstätigkeit in der Schweiz gilt zunächst das Erwerbsortsprinzip: Grundsätzlich besteht Versicherungspflicht in der Schweiz. Eine PKV kommt erst dann in Betracht, wenn du dein Optionsrecht fristgerecht nutzt und dich von der schweizerischen Versicherungspflicht befreien lässt. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten ab Beginn der Erwerbstätigkeit bei der zuständigen Behörde des Arbeitskantons gestellt werden. Wird die Frist versäumt, kann eine Zuweisung zur Schweizer KVG-Grundversicherung folgen; bei nicht entschuldbarer Verspätung ist zusätzlich ein Prämienzuschlag möglich.
Wichtig: Die private Krankenversicherung für Grenzgänger ist nicht pauschal die bessere Lösung als das KVG-Grenzgängermodell. Sie kann sinnvoll sein, wenn du Leistungen gezielt gestalten willst, keine beitragsfreie Familienversicherung brauchst und die langfristigen Folgen deiner Entscheidung bewusst mit einplanst.
- Leistungen vertraglich festgelegt: In der PKV richtet sich der Schutz nach dem gewählten Tarif. Möglich sind je nach Tarif zum Beispiel Wahlleistungen im Krankenhaus, höherwertiger Zahnschutz oder stärkere ambulante Leistungen.
- Beitrag nicht einkommensabhängig: Der Beitrag orientiert sich nicht an deinem Schweizer Lohn, sondern vor allem an Tarif, Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Gleichzeitig solltest du mögliche spätere Beitragsanpassungen langfristig mitdenken.
- Schweiz-Leistungen müssen sauber mitversichert sein: Wenn du als Grenzgänger privat versichert sein willst, muss der Versicherungsschutz auch Behandlungen in der Schweiz ausreichend abdecken und für das Befreiungsverfahren nachweisbar sein.
- Für bestimmte Lebenssituationen oft passender: In der Praxis ist die PKV häufiger für Alleinstehende oder Paare ohne mitzuversichernde Kinder prüfenswert als für Familien mit mehreren Angehörigen.
Worauf du vor der Entscheidung besonders achten solltest
- Optionsrecht ist fristgebunden: Ohne formellen Antrag innerhalb von drei Monaten bleibt die Schweizer Versicherungspflicht regelmäßig bestehen.
- Gesundheitsfragen statt Annahmezwang: Anders als in der Schweizer KVG-Grundversicherung, die versicherungspflichtige Personen ohne Wartefrist und unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand aufnehmen muss, sind in der PKV Gesundheitsfragen üblich.
- Keine kostenlose Familienversicherung: In der PKV braucht jede versicherte Person einen eigenen Vertrag. Das kann bei Ehepartnern und Kindern die Gesamtbelastung deutlich erhöhen.
- Rückweg nicht einfach unterstellen: Ein späterer Wechsel zurück in die deutsche GKV ist nicht automatisch möglich und hängt stark von deiner späteren Lebens- und Erwerbssituation ab.
- Schweiz-Abdeckung im Detail prüfen: Entscheidend sind nicht nur der Monatsbeitrag, sondern auch ambulante und stationäre Leistungen in der Schweiz, Tarif-Selbstbehalte, Erstattungsregeln und der tatsächliche Leistungsumfang im Vertrag.
Mehr Details findest du auf unserer Seite zur privaten Krankenversicherung für Grenzgänger. Für eine saubere Entscheidung solltest du PKV, KVG und freiwillige deutsche GKV immer nach Familienstand, Gesundheitszustand, gewünschtem Leistungsniveau und langfristiger Planung vergleichen – nicht nur nach dem Startbeitrag.
Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz: KVG, freiwillige GKV oder PKV?
Bei der Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz geht es für Personen mit Wohnsitz in Deutschland fachlich meist nicht nur um KVG oder PKV. In der Praxis sind – bei bestehendem Optionsrecht und je nach deutschem Versicherungsstatus – meist drei Wege relevant: die Schweizer KVG-Grundversicherung, die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland oder eine deutsche PKV. Welche Lösung passt, hängt vor allem von Einkommen, Familie, Gesundheitszustand, Behandlungswunsch in Deutschland und der Schweiz sowie deiner langfristigen Planung ab.
Wann die KVG-Grundversicherung oft gut passt
- Wenn du in die KVG gehst, muss dich die Grundversicherung unabhängig von Alter und Gesundheitszustand aufnehmen.
- Über die S1-Bescheinigung (früher E106) kannst du dich in Deutschland einschreiben und dort Leistungen nach deutschem Recht nutzen; in der Schweiz bleibst du ebenfalls versichert.
- Wichtig für Familien: In der KVG gibt es keine kostenlose Familienversicherung. Jede Person braucht grundsätzlich eine eigene Absicherung, und die Prämie wird pro Person kalkuliert.
Wann die freiwillige GKV in Deutschland sinnvoll sein kann
- Die freiwillige GKV ist besonders dann prüfenswert, wenn du die Voraussetzungen nach deutschem Recht erfüllst und deine Familie in Deutschland abgesichert werden soll.
- Unter den Voraussetzungen des deutschen Rechts kann für Ehepartner und Kinder eine beitragsfreie Familienversicherung möglich sein.
- Ob die freiwillige Mitgliedschaft offensteht, hängt vom Einzelfall ab – insbesondere von Vorversicherung und deutschem Versicherungsstatus.
Wann eine PKV eher passt
- Die PKV kann für einzelne Grenzgänger sinnvoll sein, wenn Leistungswunsch, Tarifaufbau und langfristige Finanzierung zu deiner Situation passen.
- Sie ist aber keine pauschal bessere Lösung: Eine spätere Rückkehr in die GKV ist rechtlich oft eingeschränkt und gerade im höheren Alter nicht einfach.
- Wichtig für Vorerkrankte: Der Annahmezwang gilt in Deutschland nicht allgemein für normale PKV-Tarife, sondern nur für den Basistarif. Und auch Schweizer Zusatzversicherungen unterliegen nicht dem Annahmezwang der KVG-Grundversicherung.
Darauf solltest du bei der Entscheidung wirklich achten
Vergleiche nicht nur die erste Monatsprämie. Entscheidend sind die Gesamtkosten für die Familie, die Leistungen im Wohnland Deutschland und im Beschäftigungsstaat Schweiz, die gewünschte Arzt- und Spitalwahl, mögliche Zusatzabsicherungen und deine langfristige Flexibilität bei einem späteren Wechsel oder einer Rückkehr nach Deutschland. Gerade deshalb ist nicht automatisch die heute günstig wirkende Krankenkasse für Grenzgänger auch langfristig die passende Lösung.
Wichtig: Das Optionsrecht muss in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Erwerbstätigkeit bei der zuständigen Stelle des Arbeitskantons ausgeübt werden. Wer die Frist versäumt, kann einer Schweizer Krankenkasse zugewiesen werden und muss bei nicht entschuldbarer Verspätung mit einem Prämienzuschlag rechnen. Mehr zu Fristen, S1-Bescheinigung und Leistungen findest du in unserer FAQ zur Grenzgänger-Krankenversicherung Schweiz.
Finde die Grenzgänger-Krankenversicherung, die wirklich zu deiner Situation passt
Ob KVG, freiwillige GKV oder PKV: Die richtige Entscheidung hängt nicht von Werbeversprechen ab, sondern von deiner persönlichen Ausgangslage. Wenn du Fehler bei Fristen, Familienabsicherung oder der langfristigen Planung vermeiden willst, schauen wir uns deine Optionen gemeinsam strukturiert an – verständlich, transparent und auf deinen Alltag als Grenzgänger ausgerichtet.