Riester-Rente

Eine Riester-Rente verspricht nicht nur Deutschen, sondern auch Schweizer Grenzgängern eine lukrative Altersvorsorge. So können mit einer Riester-Rente hohe Förderquoten in Form von staatlichen Zulagen sowie Steuerentlastungen die Altersvorsorge fördern. Doch ganz so leicht ist es nicht. Es müssen dafür einige Kriterien erfüllt sein, damit eine Riester-Rente dem Versicherten auch wirklich Profite bringt. Aus diesem Grund ist die Riester-Rente pauschal nicht für jeden geeignet. So sind für Grenzgänger, die in der Schweiz tätig sind, seit einigen Jahren geänderte Gesetzesregelungen zu beachten. In diesem Beitrag zeigen wir die wichtigsten Merkmale, die jeder vor dem Abschluss einer Riester-Rente kennen sollte.

Was ist eine Riester-Rente

Die Riester-Rente ist im Jahr 2002 aufgrund von einem immer weiteren Absinken der gesetzlichen Renten entstanden. Der Vorteil und Nutzen soll dabei sein, mit einem einkommensabhängigen Riesterbeitrag staatliche Förderungen sowie Steuerentlastungen zu erhalten und damit die private Altersvorsorge anzukurbeln. Der förderberechtigte Personenkreis, also Personen, die von den staatlichen Förderungen profitieren können, sind dabei grundsätzlich alle Personen, die in die (deutsche) gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen.

Wer ist bei der Riester-Rente förderberechtigt

Von der Riester-Rente profitieren in erster Linie alle Personen, die unmittelbar zulagenberechtigt sind. Darunter fällt eine Vielzahl von Personen, die der deutschen Rentenversicherungspflicht unterliegt. Demnach können alle Personen, die unmittelbar zulagenberechtigt sind, immer von den Förderungen einer Riester-Rente profitieren.

Diese Personen sind unmittelbar zulagenberechtigt

  • Arbeitnehmer und Auszubildende, die in der (deutschen) gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.
  • Selbstständige, die (auch freiwillig) in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind.
  • Künstler, die über die Künstlersozialkasse versichert sind.
  • Arbeitslosengeld-(I und II)-Bezieher.
  • Eltern in einer anzurechnenden Erziehungszeit.
  • Geringfügig Beschäftigte (Verdienst bis 450 Euro pro Monat).

Das sind mittelbar zulagenberechtigte Personen

Alle Personen, die nicht unmittelbar dem zulagenberechtigten Förderkreis angehören, haben keinen Anspruch auf eine Riester-Förderung. Es sei denn, deren Ehepartner oder Lebenspartner in einer eingetragenen Gemeinschaft hat einen bestehenden förderfähigen Riestervertrag und gehört somit zum unmittelbar zulagenberechtigten Personenkreis. In diesem Fall dürfen auch Personen von der Förderung einer Riester-Rente profitieren, die normalerweise keinen Anspruch auf die Förderungen haben.

Riester-Rente für Schweizer Grenzgänger

Seit dem Jahr 2010 ist der Personenkreis der direkt Zulagenberechtigten eingeschränkt. Hierdurch kann der Schweizer Grenzgänger nur noch mittelbar die Riesterförderungen in Anspruch nehmen, da er in der gesetzlichen, deutschen Rentenversicherung nicht beitragspflichtig ist. So besteht grundsätzlich kein Förderanspruch. 

Riester-Rente für Grenzgänger vor 2010

Für Grenzgänger, die sich vor dem Jahr 2010 für einen Riestervertrag entschieden haben, gelten andere Grundlagen für die Förderberechtigung einer Riester-Rente. So können Grenzgänger selbst zum mittelbaren Förderkreis zählen, wenn die nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Der Grenzgänger hat seine Riester-Rente vor dem Jahr 2010 abgeschlossen. 
  • Der Grenzgänger hat seinen Riestervertrag ohne größere Unterbrechungen fortlaufend bezahlt und ist aktiv.  
  • Die schweizerische Grenzgängertätigkeit sollte seither ohne Unterbrechung fortbestehen. 

Riester-Rente für Grenzgänger nach 2010

Falls Grenzgänger nach dem Jahr 2010 eine Riester-Rente abgeschlossen haben, muss unter anderem eine mittelbare Förderberechtigung geprüft werden. Hierzu müssen allerdings einige Kriterien erfüllt sein. Das sind die Merkmale, die erfüllt sein müssen: 

  • Der Grenzgänger muss Ehe- oder eingetragener Lebenspartner einer unmittelbar zulagenberechtigten Person sein. Darüber hinaus muss der gemeinschaftliche Erstwohnsitz in Deutschland sein.
  • Der unmittelbar förderberechtigte Partner des Grenzgängers muss einen aktiven Riester-Vertrag haben oder abschließen. 
  • Der Grenzgänger muss mindestens den Sockelbeitrag (Mindestbeitrag) in einen Riestervertrag einzahlen.

Diese Förderung gibt es bei der Riester-Rente

Damit Versicherte die vollen staatlichen Zulagen erhalten können, ist es wichtig, dass die Grundlage des Vertrages korrekt ist. Um von allen staatlichen Förderungen zu profitieren, ist der Zahlbeitrag in eine Riester-Rente ausschlaggebend für alles Weitere. Der Beitrag in eine Riester-Rente ist also maßgeblich für die Höhe der Zulagen.

So wird der Beitrag für die Riester-Rente berechnet

Für die Beitragsberechnung wird immer das Bruttojahreseinkommen des vergangenen Jahres zugrunde gelegt. Hiervon werden vier Prozent ausgerechnet. Daraufhin werden Zulagen, die der zulagenfähigen Person zustehen, von dem vorherigen Ergebnis abgezogen. Die Summe, die nun berechnet wurde, ist der Jahresbeitrag für einen Riestervertrag. Wird dieser durch zwölf geteilt, erhält man den monatlichen Zahlbeitrag.

In drei einfachen Schritten kann der Riesterbeitrag berechnet werden:

  1. 4 % des letzten Bruttojahreseinkommens.
  2. Von dem Ergebnis aus dem ersten Schritt werden die Riester-Zulagen abgezogen.
  3. Das Ergebnis ergibt den zu zahlenden Riester-Jahresbeitrag. Für den Monatsbeitrag das Ergebnis einfach durch zwölf teilen.

So hoch sind die Zulagen der Riester-Rente

Versicherte erhalten bei einem förderberechtigten Riestervertrag die folgenden Zulagen einmal im Jahr gutgeschrieben: 

  • Grundzulage:
    Seit 2018: Die Grundzulage beträgt 175 € jährlich. 
    Vor 2018: Die Grundzulage betrug 154 € jährlich.
  • Kinderzulage:
    Ab 2008 geborene Kinder erhalten 300 € jährlich.
    Vor 2008 geborene Kinder erhalten 185 € jährlich. 
  • Einmalzahlung:
    Personen vor dem 25. Lebensjahr erhalten bei Abschluss einen Riesterbonus in Höhe von 200 €.

Die Kinderzulage erhalten Förderberechtigte, solange das Kind kindergeldberechtigt ist. Somit in der Regel bis zum 25. Lebensjahr. Falls beide Elternteile einen aktiven Riestervertrag haben, kann die Kinderzulage dem weiblichen Ehepartner zugeordnet werden, da Frauen ohnehin oft weniger gesetzliche Rentenansprüche haben.

Bedeutung der Günstigerprüfung bei einer Riester-Rente

Um vor einem Vertragsabschluss alle Förderungen einer Riester-Rente zu klären, muss auch ein Blick auf die sogenannte Günstigerprüfung geworfen werden. Bei der Günstigerprüfung prüft das Finanzamt in einer Steuererklärung, ob der Versicherte durch die staatlichen Zulagen oder eine Steuerersparnis bessergestellt wird. Doch wie funktioniert das genau?

Personen, die eine Riester-Rente haben, sollten die eingezahlten Beiträge, inklusive der erhaltenen Zulagen, in der jährlichen Steuererklärung angeben. Diese werden in der jährlichen Steuererklärung als Sonderausgaben (Vorsorgeaufwendungen) geltend gemacht. Das zuständige Finanzamt prüft dann, inwieweit sich, durch die gezahlten Riesterbeiträge inklusive der erhaltenen Zulagen, das zu versteuernde Jahreseinkommen senkt und es zu einer Steuerersparnis führt. 

  • Seit dem Jahr 2008 können max. 2.100 € jährlich als Sonderausgabenabzug geltend gemacht werden.

Die genaue steuerliche Förderung hängt von vielen Kriterien ab. Da wir nicht als Rechtsberater tätig sind, ist für eine individuelle steuerliche Prüfung eine anwaltliche Beratung zu empfehlen.

Die häufigsten Fragen zur Riester-Rente

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Was passiert, wenn der Beitrag für die Riester-Rente nicht richtig ermittelt wurde?

Eine Riester-Rente ist sehr beratungsintensiv. Um stets die höchste und bestmögliche Förderquote zu erhalten, ist es wichtig, dass die Einzahlungen in einen Riestervertrag korrekt ermittelt wurden. Falls Du einen Riestervertrag hast und Dir nicht sicher bist, komme gerne auf uns zu.

Sollte bspw. durch ein höheres Gehalt der Beitrag für eine Riester-Rente nicht mehr passen, erhält man auch die staatlichen Förderungen nur anteilig gutgeschrieben. 

Bei folgenden Änderungen sollten Versicherte den Riesteranbieter oder Berater kontaktieren, damit immer bestmöglich profitiert werden kann: 

  • Gehaltserhöhung
  • Heirat
  • Geburt eines Kindes
  • Grenzgängertätigkeit
Wie viel Riester Beiträge werden jährlich maximal gefördert?

Der maximal geförderte Riesterbeitrag liegt bei 2.100 € jährlich. Hingegen liegt der Mindestbeitrag, um von den staatlichen Förderungen zu profitieren, bei 60 € jährlich bzw. 5 € im Monat.

Das bedeutet, dass Gutverdiener nicht mehr als 2.100 € einzahlen müssen, falls die Riesterbeitragsberechnung einen höheren Beitrag ausweist.

Hingegen gilt der Sockelbeitrag für alle Personen, bei denen ein Monatsbeitrag kleiner als 5 € monatlich herauskommt, bspw. für Personen in Elternzeit oder Minijobber.

Ich habe keine Zulagen erhalten, was kann ich tun?

Der Zulagenantrag für die Riesterförderung kann bis zu zwei Jahre rückwirkend versendet werden. So kann auch nachträglich noch die Förderung eingestrichen werden. 

Ist ein Dauerzulagenantrag sinnvoll?

Bei der Riester-Rente gibt es die staatlichen Förderungen nur auf Antrag. Da viele Versicherte die jährliche Einreichung des Zulagenantrages vergessen und deshalb keine Zulagen erhalten, kann ein Dauerzulagenantrag eingereicht werden. So kommen die Zulagen jährlich automatisch aufs Riesterkonto und alles läuft quasi von allein. 

Doch Achtung! Ein Dauerzulagenantrag ist sinnvoll, wenn sich die persönlichen Riester-Kriterien nicht ändern. Bei einer Änderung der familiären Situation oder einer Gehaltsanpassung muss der Riestervertrag und dementsprechend auch ein neuer Dauerzulagenantrag eingereicht werden.

Welche Optionen haben Versicherte bei Zahlungsschwierigkeiten?

Im Falle, dass man eine Riester-Rente nicht mehr bezahlen kann oder möchte, sollte man erst über eine Beitragsfreistellung nachdenken. Denn die Versicherung gibt Dir die Garantie, dass Du später alle einbezahlten Beiträge plus die Zulagen ausbezahlt bekommst. Somit gehen bei einer Beitragsfreistellung keine Beiträge verloren. 

Sollte nur noch eine Kündigung in Frage kommen, da man an das Geld muss, ist dies die mit Abstand schlechteste Wahl, die man bei einem Riestervertrag treffen kann. Denn bei einer Vertragskündigung müssen sowohl sämtliche erhaltenen Zulagen als auch Steuervorteile zurückbezahlt werden. 

Die genaue steuerliche Förderung hängt von weiteren Kriterien ab. Da wir nicht als Rechtsberater tätig sind, ist für eine individuelle Prüfung eine anwaltliche Beratung zu empfehlen.

Sind eingezahlte Beiträge bei bei Arbeitslosigkeit sicher?

Einer der großen Vorteile bei einer Riester-Rente ist, dass das angesparte Kapital bei Arbeitslosigkeit/Hartz IV weiterhin für die Rente sicher ist und geschützt bleibt. Somit bleibt das Vertragsguthaben bei einer möglichen Anrechnung von Vermögen unangetastet.

Kann ich zum Rentenbeginn eine Kapitalauszahlung wählen?

Zum Rentenbeginn können maximal 30 % des Vertragsguthabens als Kapitalzahlung ausbezahlt werden. Bei einer Riester-Rente ist sonst nur eine lebenslange Rente vorgesehen. 

Kann es sinnvoll sein, den Riesteranbieter zu wechseln?

Tatsächlich haben viele Riesterkunden keinen Vertrag, der zu ihnen passt, denn bei kaum einem anderen Vertragskonzept gibt es so viel zu beachten wie bei einer Riester-Rente. Doch gewiss ist auch nicht jeder Riestervertrag per se schlecht. Damit am Ende des Vertrages unterm Strich auch Rendite herauskommt, sollten einige Kriterien genauer angesehen werden. Macht ein Wechsel Sinn, ist es besser, schnell den Anbieter zu wechseln. Achte bei Riestertarifen unbedingt auf die folgenden Leistungsmerkmale, sodass dies am besten vor einem Abschluss berücksichtigt werden kann:  

Wertentwicklung: 

Länger bestehende Riesterverträge investieren nicht in ETFs oder Fonds, sondern investieren in festverzinsliche Anlagen. Diese Verträge sind also keine fondsgebundenen Riesterverträge, sondern einer klassischen Lebensversicherung nachempfunden. Aufgrund des fortwährenden Niedrigzins wird es so sehr schwierig, langfristig von Wertsteigerungen und einer Rendite auf das einbezahlte Kapital zu profitieren. 

Rentenfaktor:

Anbieter sollten einen garantierten Rentenfaktor versprechen. Also garantieren, wie viel Rente der Versicherte je 10.000 € Vertragsguthaben erhalten wird. Viele Anbieter haben keinen garantierten Rentenfaktor. Das Problem: Aufgrund des Niedrigzinses senken viele Anbieter gelegentlich den Rentenfaktor. Sprich, Kunden erhalten daher bei Vertragsablauf weniger, als bei Vertragsabschluss berechnet wurde. Achte also auch auf die Finanzstärke des jeweiligen Anbieters. 

Kein Rentenfaktor bei reinen Riester-Fondssparplänen:

Bei einem reinen Riester-Fondssparplan, der gerne über Banken und andere Institutionen verkauft wird, gibt es keinen Rentenfaktor. Der Grund ist, dass hinter dem Produkt keine Versicherung steht. Erst bei Vertragsablauf wird auf Basis des vorhandenen Kapitals ein, dann in der Zukunft geltender Rentenfaktor festgelegt. Wir empfehlen in solchen Fällen dringend, mit einem vertrauenswürdigen Berater zu sprechen, der die Risiken eingehend aus Kundensicht erläutern kann. 

Verzicht auf die Treuhänderklausel:

Prüfe Deine Riester-Rente, ob der Verzicht der Treuhänderklausel vertraglich vereinbart wurde. Denn mit dieser Klausel kann ein vermeintlich garantierter Rentenfaktor nachträglich ausgehebelt und zuungunsten des Kunden geändert werden.

Was gibt es bei fondsgebundenen Riesterverträgen zu beachten?
Da die Versicherung immer eine Beitragsgarantie, inkl. erhaltener Zulagen, zum Vertragsablauf gewährleisten muss, können viele Tarife nicht wirklich von einer langfristigen Performance am Aktienmarkt profitieren. Denn aufgrund dieser Sicherheit können die Kundengelder oft nur konservativ angelegt werden.

Achte bei einer fondsgebundenen Riester-Rente darauf, dass die Aktienquote im Verhältnis zum Gesamtkapital hoch ist. Darüber hinaus ist es bestenfalls möglich, in frei wählbare, kostengünstige ETFs zu investieren.